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  • · Fachbeitrag · Parodontologie

    Full-Mouth Disinfection – wie steht es um die Kostenbeteiligung der PKV?

    von Dental-Betriebswirtin Birgit Sayn, ZMV, sayn-rechenart.de

    Die vollständige Mund-Desinfektion (Full-Mouth Disinfection; FMD) hat das Ziel, in kurzer Zeit eine möglichst hohe Keimfreiheit der gesamten Mundhöhle zu erreichen. Mehrere Studien, belegen die Wirksamkeit einer FMD. Und doch zählte diese im Jahr 2021 zu den Top 5 der beanstandeten Analogleistungen (PA 08/2021, Seite 2 ff.). Eine umfassende Patientenaufklärung – vor allem zur Kostenerstattung – ist daher unabdingbar.

    Ziele und Inhalt der FMD

    Mit einer vollständigen FMD soll eine Reinfektion aus erkrankten und noch nicht behandelten Gebieten vermieden werden. Bei dieser Vorgehensweise liegen zwischen den einzelnen Behandlungsterminen Wartezeiten. Bei der FMD handelt es sich um ein Konzept zur möglichst weitgehenden Senkung oral-pathologischer Keime (Keimzahlsenkung) zwecks Herstellung möglichst optimaler Heilungsvoraussetzungen im parodontal-therapeutischen Konzept - zum Beispiel bei Vorliegen eines fortgeschrittenen Schädigungsgrads.

     

    Basisleistungen einer FMD ist eine umfassende Taschen- und Schleimhäutesäuberung sowie die Reinigung des Zungenrückens. Hinzu kommen eine systematische Plaquekontrolle mit CHX, Desinfektion des gesamten Mundraums, Ultraschall und handinstrumentelles Scaling/ Rootplaning, Gingiva-Kompression und ggf. lokaler Antibiotikaeinsatz. Eine FMD kann auch bei belegbarem Verdacht auf Vorliegen multiresistenter Keime als präventives Behandlungskonzeptvor parodontalchirurgischem Eingriffen indiziert sein. Das gilt insbesondere bei Angehörigen von Risikogruppen.