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01.04.2006 | BFH mit strengen Anforderungen

Wann ist ein Fahrtenbuch ordnungsgemäß?

Wann ein Fahrtenbuch „ordnungsgemäß“ ist, hat der BFH jetzt in zwei aktuellen Entscheidungen geklärt (Urteil vom 9.11.2005, Az: VI R 27/05, Abruf-Nr. 060681;Urteil vom 16.11.2005, Az: VI R 64/04, Abruf-Nr. 060677).  

 

Anforderungen an ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch

Nach Ansicht des BFH muss ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch folgende Voraussetzungen erfüllen: 

 

  • Das Fahrtenbuch muss zeitnah geführt werden.

 

Beachten Sie: Wie viel Zeit man sich lassen kann, legte der BFH leider nicht im Detail fest. Ein erst während des Klageverfahrens anhand von Notizzettel erstelltes Fahrtenbuch war ihm auf jeden Fall zu spät.

 

  • Die Fahrten müssen vollständig und fortlaufend angegeben werden, einschließlich des am Ende jeder Fahrt erreichten Gesamtkilometerstands.

 

  • Das Fahrtenbuch muss gebunden, zumindest aber in sich geschlossen sein. Ein nachträglich anhand loser Notizzettel erstelltes Fahrtenbuch ist daher nicht ordnungsgemäß.

 

  • Es muss sichergestellt sein, dass nachträgliche Einträge oder Änderungen nicht möglich oder zumindest deutlich als solche erkennbar sind. Das heißt: Eine mit Hilfe eines PC-Programms erstellte und ausgedruckte Fahrtenbuchdatei muss Ihr Finanzamt nur anerkennen, wenn nachträgliche Änderungen an zu einem früheren Zeitpunkt eingegebenen Daten technisch ausgeschlossen sind oder sichergestellt ist, dass nachträgliche Änderungen in der Datei dokumentiert und offen gelegt werden.

 

Beachten Sie: Ein über Excel erstelltes Fahrtenbuch erkannte der BFH daher nicht als ordnungsgemäß an, weil bei Excel frühere Eintragungen jederzeit spurenlos durch andere Angaben ersetzt werden können.

 

Wichtig: Wird kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt, muss die „Ein-Prozent-Regelung“ angewendet werden. Eine Schätzung der privaten Nutzung anhand anderer Aufzeichnungen ist nicht möglich, so der BFH.  

 

Nachweis des Nutzungsanteils

Unternehmer können die „Ein-Prozent-Regelung“ künftig nur bei zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzten Fahrzeugen („notwendiges Betriebsvermögen“) anwenden. Für den Nachweis des Nutzungsanteils soll aber das Führen eines Fahrtenbuchs nicht zwingend sein („Gesetz zur Eindämmung missbräuchlicher Steuergestaltungen“, Abruf-Nr. 053681).  

 

Beachten Sie: Die Neuregelung gilt aber nicht für an Arbeitnehmer überlassene Fahrzeuge, selbst bei hoher Privatnutzung. 

Quelle: Ausgabe 04 / 2006 | Seite 62 | ID 87884