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01.11.2007 | BFH-Entscheidung

Bei Überlassung einer Unterkunft sind die amtlichen Sachbezugswerte anzusetzen

Stellt der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern eine Unterkunft gegen ortsübliche Miete zur Verfügung, bemisst sich der geldwerte Vorteil auch dann nach dem amtlichen Sachbezugswert (§ 2 Abs. 5 SvEV), wenn die ortsübliche Miete unter dem Sachbezugswert liegt. Dagegen gibt es aus Sicht des BFH nichts einzuwenden. 

 

Zimmer in einem Schwesternwohnheim

Im BFH-Fall ging es um ein Zimmer in einem Schwesternwohnheim. Die vom Arbeitgeber geforderte Miete war ortsüblich, lag aber unter dem amtlichen Sachbezugswert. Folge: Die Arbeitnehmerin muss die Differenz zwischen der gezahlten Miete und dem Sachbezugswert als Arbeitslohn versteuern (Urteil vom 23.8.2007, Az: VI R 74/04; Abruf-Nr. 073095). 

 

Grund für das unerfreuliche Ergebnis ist, dass bei der Überlassung einer Unterkunft anders als bei der Unterbringung in freien Wohnungen nicht auf die ortsübliche Miete abgestellt wird (§ 2 Abs. 4 SvEV), sondern auf den amtlichen Sachbezugswert (§ 2 Abs. 3 SvEV). Diese Handhabung ist nach Ansicht des BFH nicht verfassungswidrig. 

 

Amtliche Sachbezugswerte 2008 für Unterkunft

Die amtlichen Sachbezugswerte für Unterkunft werden zum 1. Januar 2008 nur insoweit angepasst, dass die für 2007 (und 2008) geltenden Werte für die alten Bundesländer dann auch für die neuen Bundesländer gelten. Damit ergeben sich für 2008 bundeseinheitlich folgende Werte. 

 

Allgemeine Unterkunft (in Euro)

Unterkunft belegt mit 

täglich 

monatlich 

Volljährige Arbeitnehmer 

1 Beschäftigten 

6,60 Euro 

198,00 Euro 

2 Beschäftigten 

3,96 Euro 

118,80 Euro 

3 Beschäftigten 

3,30 Euro 

99,00 Euro 

4 Beschäftigten 

2,64 Euro 

79,20 Euro 

Jugendliche und Azubis 

1 Beschäftigten 

5,61 Euro 

168,30 Euro 

2 Beschäftigten 

2,97 Euro 

89,10 Euro 

3 Beschäftigten 

2,31 Euro 

69,30 Euro 

4 Beschäftigten 

1,65 Euro 

49,50Euro 

Beispiel

Ein Arbeitgeber stellt seinem Azubi eine Unterkunft zur Verfügung. Der Azubi bewohnt das Zimmer allein (Sachbezugswert 168,30 Euro). Er muss dafür monatlich 80 Euro zahlen. Als steuer- und beitragspflichtiger Arbeitslohn verbleiben 88,30 Euro (= 168,30 Euro ./. 80 Euro). 

Gemeinschaftsunterkunft/Arbeitgeberhaushalt

Unterkunft belegt mit 

täglich 

monatlich 

Volljährige 

Arbeitnehmer 

1 Beschäftigten 

5,61 Euro 

168,30 Euro 

2 Beschäftigten 

2,97 Euro 

89,10 Euro 

3 Beschäftigten 

2,31 Euro 

69,30 Euro 

4 Beschäftigten 

1,65 Euro 

49,50 Euro 

Jugendliche und Azubis 

1 Beschäftigten 

4,62 Euro 

138,60 Euro 

2 Beschäftigten 

1,98 Euro 

59,40 Euro 

3 Beschäftigten 

1,32 Euro 

39,60 Euro 

4 Beschäftigten 

0,66 Euro 

19,80 Euro 

Kann für eine zur Verfügung gestellte Wohnung die ortsüblichen Miete nur unter außerordentlichen Schwierigkeiten ermittelt werden, dürfen je Quadratmeter 3,45 Euro angesetzt werden, bei einfacher Ausstattung 2,80 Euro. 

 

Amtliche Sachbezugswerte 2008 für Verpflegung

Die Sachbezugswerte für die Verpflegung galten bislang schon einheitlich für das gesamte Bundesgebiet. Für 2008 gelten die Werte aus 2007 unverändert weiter (§ 2 Abs. 1und 2 SvEV). 

 

Sachbezugswerte (in Euro)

Personenkreis 

Frühstück 

Mittagessen 

Abendessen 

Verpflegung insgesamt 

 

monatlich 

(täglich) 

monatlich 

(täglich) 

monatlich 

(täglich) 

monatlich 

(täglich) 

Arbeitnehmer einschließlich Jugendliche und Azubis 

45,00 

(1,50) 

80,00 

(2,67) 

80,00 

(2,67) 

205,00 

(6,83) 

Volljährige Familien-angehörige 

45,00 

(1,50) 

80,00 

(2,67) 

80,00 

(2,67) 

205,00 

(6,83) 

Familien-angehörige  

unter 18 Jahre 

36,00 

(1,20) 

64,00 

(2,14) 

64,00 

(2,14) 

164,00 

(5,46) 

Familien-angehörige  

unter 14 Jahre 

18,00 

(0,60) 

32,00 

(1,07) 

32,00 

(1,07) 

82,00 

(2,73) 

Familien-angehörige  

unter 7 Jahre 

13,50 

(0,45) 

24,00 

(0,80) 

24,00 

(0,80) 

61,50 

(2,05) 

Unser Service: Die amtlichen Sachbezugswerte für die Jahre 2005 bis 2008 finden Sie auch in unserem Online-Service (www.iww.de) unter „Arbeitshilfen/Checklisten“, Stichwort „Lohnabrechnung“. 

Quelle: Ausgabe 11 / 2007 | Seite 197 | ID 115154