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·Fachbeitrag ·Orthopädie/Unfallchirurgie

Intraartikuläre Injektion oder Gelenkpunktion?

| Für intraartikuläre Injektionen enthält die GOÄ die Nr. 255 (Injektion, intraartikulär oder perineural, 95 Punkte), für Gelenkpunktionen die Nrn. 300 ff. (z. B. Nr. 301: Punktion eines Ellenbogen-, Knie- oder Wirbelgelenks, 160 Punkte). Da eine intraarterielle Injektion die Punktion des Gelenks voraussetzt, fragt sich, warum nicht die höher bewertete Nr. 301 GOÄ (oder bei anderen Gelenken eine der anderen Nrn. 300 ff.) berechnet werden kann? |

 

Die Antwort findet sich in der allgemeinen Bestimmung vor Abschnitt C III (Punktionen): „Zum Inhalt der Leistungen für Punktionen gehören die damit im Zusammenhang stehenden Injektionen, Spülungen sowie Entnahmen z.B. von Blut, Liquor, Gewebe.“ Dadurch ist die bloße Einbringung eines Medikaments als „Injektion“ zu verstehen (für Kontrastmitteleinbringungen gelten die Nrn. 340 ff. GOÄ). Eine „Punktion“ setzt aber eine zusätzliche Spülung oder Entnahme voraus - beim Kniegelenk z. B. von Synovialflüssigkeit. Ob diese zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken erfolgt, ist dabei egal.

 

Dadurch, dass die allgemeine Bestimmung zu den Punktionen auch die „Injektion“ umfasst und die Injektion die Punktion voraussetzt, kann Nr. 255 GOÄ nicht neben Nr. 301 (bzw. einer der anderen Punktionsziffern) berechnet werden, wenn beides - wie in der Regel - durch dieselbe Nadel erfolgt.

 

Für eine Stichkanal-Anästhesie gilt dasselbe: Die Nrn. 490 und 491 GOÄ setzen eine „Infiltration“ voraus, also einen Einstich in das Zielgewebe. Folglich ist auch die Stichkanal-Anästhesie nur dann neben der Nr. 255 GOÄ oder den Nrn. 300 ff. berechenbar, wenn sie nicht über dieselbe Nadel erfolgt.

Quelle: Ausgabe 01 / 2016 | Seite 19 | ID 43782355