· Fachbeitrag · Patientensicherheit
Patienten liefern in der Anamnese per KI schlechtere Daten als im Arztgespräch
Teilen Patienten ihre Krankheitssymptome einer künstlichen Intelligenz (KI) statt ärztlichem Fachpersonal mit, sinkt die Qualität der Angaben messbar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe der Universität Würzburg (JMU) in einer aktuellen Veröffentlichung in Nature Health. Für Chefärzte in Krankenhäusern ist dies ein Warnsignal: Digitale Vorabeinschätzungen können falsche Sicherheit vermitteln und klinische Pfade verfälschen.
Die Studienergebnisse im Detail
Das Team um den Psychologen Wilfried Kunde untersuchte 500 Probanden, die Symptomberichte (Kopfschmerz, grippaler Infekt) verfassten. Die Gruppe wurde geteilt: Ein Teil glaubte, mit einer KI zu kommunizieren, der andere Teil wähnte einen Arzt als Ansprechperson.
Das sind die zentralen Ergebnisse |
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Fazit der Forscher
Technische Perfektion der KI allein reicht nicht aus. Um die Datenqualität zu sichern, müssen Benutzeroberflächen durch konkrete Beispiele für hochwertige Beschreibungen und gezielte Rückfragen optimiert werden.
Chefärztliche Relevanz: Management und Haftung
Für Chefärztinnen und Chefärzte ergeben sich aus diesen psychologischen Kommunikationseffekten handfeste Konsequenzen für den Klinikalltag:
Einsatz von KI in der Anamnese: Das müssen Chefärzte beachten |
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Quelle
- Reis, M., Kunde, W. et al.: Patient reports of disease symptoms are less complete when communicated to AI. Nature Health (2026). doi.org/10.1038/s44360-026-00116-y