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  • · Fachbeitrag · Patientensicherheit

    Die OP-Checkliste als effektives Instrument zur Prävention von Never Events

    von Prof. Dr. med. Dr. phil. Rainer Petzina, MSH Medical School Hamburg – University of Applied Sciences and Medical University, medicalschool-hamburg.de

    In Deutschland werden jeden Tag hunderte bis tausende Operationen hochprofessionell und mit einer sehr hohen Expertise aller Beteiligten durchgeführt. Dennoch bleibt ein Restrisiko für schwerwiegende, vermeidbare Fehler, sogenannte Never Events. Ein wertvolles Instrument zur Prävention von Never Events im operativen und interventionellen Setting stellt die OP-Checkliste dar. Sie sorgt dafür, dass wichtige Schritte vor, während und nach dem Eingriff gemeinsam überprüft werden. Die konsequente Anwendung der OP-Checkliste hilft, mögliche Patienten- und/oder Seitenverwechslungen (z. B. Links-Rechts-Verwechslungen) und unbeabsichtigt zurückgelassene Fremdkörper (z. B. Tupfer, Kompresse, Bauchtuch, Instrumentarium) zu verhindern. Die OP-Checkliste ist ein einfaches, aber äußerst effektives Tool zur Erhöhung der Patienten- und Mitarbeitendensicherheit.

    Die OP-Checkliste

    Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Rahmen der gestarteten Kampagne „Safe Surgery Saves Lives“ entwickelte OP-Checkliste ist mittlerweile weltweit erprobt (WHO, 2008). Es konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden, dass die konsequente Anwendung der OP-Checkliste zur Reduktion von Morbidität und Mortalität führt (Fudickar et al., 2012; Boyd et al., 2017). Die WHO-OP-Checkliste dient als Muster und wird in den Krankenhäusern individuell angepasst.

     

    Üblicherwiese besteht die WHO-OP-Checkliste aus drei Teilen

    • Präoperativer Bogen (zur Überprüfung u. a. der wesentlichen Patientendokumente, der Markierung der zu operierenden Seite, des Patientenidentifikationsarmbandes etc.),
    • Intraoperativer Bogen (z. B. mit den drei Anteilen vor Narkoseeinleitung, Team-Time-Out vor Hautschnitt und finalem Check, bevor der Patient den OP-Saal verlässt)
    • Postoperativer Bogen (mit Anordnungen für den weiteren unmittelbaren postoperativen Verlauf – Schmerzmedikation, Drainageverluste, Mobilisation etc.).