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  • · Fachbeitrag · Patientensicherheit

    Darum ist Antibiotic Stewardship (ABS) auch in Ihrer Abteilung sinnvoll

    von Prof. Dr. Irit Nachtigall und Prof. Michael Wilke

    Antibiotic Stewardship (ABS) steht für eine der zentralen klinischen Aufgaben unserer Zeit: den gezielten und verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika. Ziel ist es, Infektionen wirksam zu behandeln und gleichzeitig Resistenzentwicklungen, Nebenwirkungen und Fehltherapien zu vermeiden. Für die Patientensicherheit bedeutet das: passgenaue Therapie statt Routine, gezielte Kontrolle statt Übertherapie. Warum sich das Konzept der ABS auch in Ihrer Abteilung rechnet und wie die künstliche Intelligenz Ihnen bei der Umsetzung hilft, lesen Sie in diesem Beitrag.

    Antibiotikaresistenzen sind eine der größten klinischen Herausforderungen unserer Zeit

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass Infektionen mit multiresistenten Erregern bis zum Jahr 2050 weltweit zu den häufigsten Todesursachen zählen werden – noch vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieser Ausblick zeigt, dass es sich bei rationaler Antibiotikatherapie nicht um Detailfragen der Infektiologie, Hygiene oder Pharmakologie handelt, sondern um eine der dringendsten klinischen Herausforderungen überhaupt.

     

    Gerade in der Akutmedizin entscheidet der erste Therapieansatz häufig über den Verlauf. Eine zu späte oder zu schmale antibiotische Abdeckung kann lebensbedrohlich sein – eine zu breite oder zu lange Therapie dagegen das Resistenzrisiko und die mikrobiologische Balance der Patientinnen und Patienten nachhaltig stören, bzw. die Nebenwirkungen auch gravierend den Heilungsverlauf verzögern. Zwischen diesen Polen bietet ABS einen strukturierten, interdisziplinären Weg, um Therapieentscheidungen evidenzbasiert und individuell zu treffen.