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Branchenvergleich: Pressemitteilungen von Krankenhäusern sind am schwersten zu verstehen
Deutsche Krankenhäuser haben Nachholbedarf in ihrer Kommunikation. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Wie verständlich sind deutsche Pressemitteilungen?“ (Volltext online unter iww.de/s15114 ). Für die Studie analysierte die WORTLIGA Tools GmbH 3.235 Texte aus 109 verschiedenen Branchen und erstellte ein Ranking. Dabei bildeten Kliniken mit einem Lesbarkeitsindex von 36,4 Punkten das Schlusslicht. Dieser Wert liegt signifikant unter dem Gesamtdurchschnitt aller Branchen (47,6 Punkte).
Der Lesbarkeitsindex wurde mit der sog. WORTLIGA-Formel ermittelt. Diese bewertet Texte auf einer Skala von 0 bis 100 und stellt den Lesbarkeitsindex ähnlich dem „Flesch“-Wert dar. Dabei werden sperrige Formulierungen und Passiv-Konstruktionen besonders kritisch betrachtet. Texte mit einem Score von unter 40 Punkten gelten als schwer verständlich und unzureichend für die öffentliche Information. Etwa 12 Prozent aller untersuchten Texte fielen unter diese Kategorie. Die Analyse verdeutlicht die Ursachen des schlechten Abschneidens: Pressemitteilungen aus Kliniken enthalten im Schnitt 15,8 Wörter pro Satz und zeichnen sich durch komplizierte Passivkonstruktionen und einen starken Nominalstil aus. Ein Beispiel beschreibt einen Text über Bauchschmerzen, der wegen Fachjargons und Schachtelsätzen nur 17 Punkte erreichte. Im Vergleich zeigt die Kategorie „Kraftstoffpreise“, dass auch technische Themen verständlich kommuniziert werden können: Mit einem Wert von 62,5 Punkten wird hier klar für Verbraucher geschrieben. Von einem solchen Ansatz könnten auch Krankenhäuser profitieren.
Das sind die besten und die schlechtesten Scores im Ranking | |||
Am besten | Am schlechtesten | ||
1. Show | 63,8 | 107. Rechtsprechung | 37,2 |
2. Bundesliga | 62,7 | 108. Logistik | 36,9 |
3. Fernsehproduktion | 62,5 | 109. Krankenhaus | 36,4 |