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  • ·Fachbeitrag ·Interview

    „Mehr Personal zu gewinnen, um es dann zu verschleißen, kann keinen Sinn machen!“

    | Prof. Dr. med. Doris Henne-Bruns, Ärztliche Direktorin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum Ulm, sieht die stationäre Patientenversorgung vor immensen Problemen. Kostendruck, Personalmangel, Qualitätsansprüche ‒ sind hier nur drei Schlagworte. Ursula Katthöfer (textwiese.com) sprach mit Prof. Dr. med. Henne-Bruns über die Einflussmöglichkeiten leitender Ärztinnen und Ärzte. |

     

    Frage: Kliniken schreiben rote Zahlen, Abteilungen und ganze Häuser sind von der Schließung bedroht. Wie kam es zu dieser finanziellen Schieflage?

     

    Henne-Bruns: Die Ursachen sind komplex und multifaktoriell. Zu nennen sind z. B. der medizinische Fortschritt sowie das Überangebot an Behandlungsmöglichkeiten mit Parallelstrukturen ‒ also Kassenärztliche Vereinigungen, Praxen und Krankenhäuser ‒ die alle überleben und verdienen möchten. Auch das System der dualen Krankenhausfinanzierung bzw. die zu geringen staatlichen Investitionen zählen zu den Ursachen. Der Staat muss seiner Verantwortung gerecht werden und entsprechend seiner Verpflichtung in die Infrastruktur der Krankenhäuser investieren, damit diese Investitionen nicht aus DRG-Erträgen tätigen müssen. Zuvor aber sollte er sich Gedanken über die Krankenhauslandschaft und ihre Verteilung machen. Das zur Verfügung stehende Geld ist immer limitiert. Um es gerecht für die Versorgung von Patienten einzusetzen, muss man neu evaluieren, welche Therapien wirklich notwendig bzw. hilfreich sind und welche Diagnostik hierfür erforderlich ist.