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·Nachricht ·DGE-Ernährungsbericht

Mangelernährung in deutschen Kliniken

| In deutschen Kliniken und Pflegeheimen sind bis zu 30 Prozent der Patienten und bis zu 25 Prozent der Bewohner mangelernährt. Dies ergab die Auswertung der nutritionDay-Daten, einem weltweit durchgeführten Projekt zur Sensibilisierung für das Thema Mangelernährung in Kliniken und Pflegeheimen, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) als Vorveröffentlichung zum 14. DGE-Ernährungsbericht herausgegeben hat, der 2020 erscheint. |

 

Deutschland hinkt in Europa deutlich hinterher

Im europäischen Vergleich schneiden deutsche Einrichtungen hinsichtlich standardmäßig vorhandener Ernährungsstrukturen deutlich schlechter ab: 2018 verfügten nur 10 Prozent der deutschen Kliniken über eine Diätassistenz, in den anderen teilnehmenden Ländern Europas waren es 63 Prozent Prozent. Ein Ernährungsteam bzw. eine Ansprechperson für Ernährung gab es in 58 Prozent der Kliniken, europaweit waren es 82 Prozent. Dabei zeigte sich, dass Ernährungsmaßnahmen wie die Gabe von angereicherter Kost oder Trinknahrung deutlich häufiger ergriffen wurden, wenn Ernährungsfachkräfte verfügbar und ein routinemäßiges Screening auf Mangelernährung etabliert waren.

 

Ernährungsmaßnahmen wurden zwar mit zunehmender Schwere der Mangelernährung häufiger eingesetzt, dennoch erhielt selbst bei schwerer Mangelernährung nur ein Teil der Betroffenen eine Intervention. Mit abnehmender Essmenge und mit schlechter werdendem Ernährungszustand nahmen die Mortalität und im Krankenhaus auch die weitere Aufenthaltsdauer zu. Ein Viertel der teilnehmenden Stationen führte klinische Ernährung ohne Richtlinien oder Standards durch.

 

Was muss getan werden?

Um die Ernährungsversorgung in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu verbessern, empfehlen die Autoren, ernährungsmedizinische Leitlinien und Standards flächendeckend zu implementieren und umzusetzen. Die routinemäßige Erfassung der Ernährungssituation bei Klinikaufnahme sollte flächendeckend erfolgen, um Mangelernährung bzw. das Risiko dafür zu identifizieren. Um eine gute ernährungsmedizinische Versorgung sicherzustellen, ist qualifiziertes Personal ‒ von ernährungsmedizinisch ausgebildeten Ärzten über Pflegekräfte bis zur Diätassistenz und interdisziplinären Ernährungsteams ‒ in jeder Einrichtung in ausreichendem Umfang zwingend notwendig. Als Grundvoraussetzung für eine bedarfsdeckende Ernährung muss ein hochwertiges, attraktives Essensangebot zum Standard jeder Institution gehören.

 

Weiterführende Hinweise

  • Weitere Informationen zum nutritionDay-Projekt und die Möglichkeit zur Teilnahme gibt es unter www.nutritionday.org.
Quelle: ID 46178090