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·Fachbeitrag ·Arbeitszeitmodelle

Topsharing: Chefärztinnen zeigen Interesse an geteilten Spitzenpositionen

| „Topsharing“ – so heißt das Modell, bei dem sich zwei Führungskräfte nicht nur die Position, sondern auch die Verantwortung teilen. Das Modell könnte dazu beitragen, den Anteil von Chefärztinnen zu steigern. Bisher sind einer Umfrage des Deutschen Ärztinnenbundes zufolge an deutschen Universitätskliniken nur 10 Prozent der Spitzenpositionen mit Frauen besetzt. In der Inneren Medizin sind es sogar nur 3 Prozent – obwohl seit über 20 Jahren mehr Frauen als Männer Medizin studieren. |

 

Drei Viertel der Ärztinnen können sich Topsharing vorstellen

Der Deutsche Ärztinnenbund (aerztinnenbund.de) befragte 138 habilitierte Internistinnen an 35 deutschen Universitätskliniken. Die meisten von ihnen waren im Alter zwischen 40 und 49 Jahren. 96 von ihnen – fast ausnahmslos deutscher Staatsangehörigkeit und zu 33 Prozent kinderlos – antworteten auf die Fragen. Drei Viertel gaben an, dass sie sich auf eine geteilte Spitzenposition bewerben würden – egal ob gemeinsam mit einem Mann oder einer anderen Frau. 3,5 Prozent bevorzugten einen Mann als Partner in der Doppelspitze, 5,8 Prozent eine Frau. Für 15,1 Prozent war Topsharing keine Option. Beiderseitiges Vertrauen, die Fähigkeit zu Teamwork und eine stimmende Chemie seien wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Doppelspitze.

 

Trotz des relativ großen Interesses ist Topsharing unter Chefärztinnen und Chefärzten selten. Zwar gibt es die eine oder andere Doppelspitze. Doch häufig handelt es sich um zwei Chefärzte mit Vollzeitstellen in großen Kliniken, die ihre Führungsbereiche klar voneinander abgrenzen. Eine reduzierte Zahl von Arbeitsstunden, um Familie und Freizeit besser mit dem Beruf in Einklang zu bringen, kommt in Deutschland so gut wie nicht vor.

 

Fachkollegen beurteilen medizinische Reputation von Männern besser

Genderthemen haben in der Medizin Konjunktur. So betrachtete die Stiftung Gesundheit im Jahr 2018 zum ersten Mal das Thema „Gender in der ambulanten Medizin“. Ein Ergebnis: Patienten sind mit Ärzten zufriedener als mit Ärztinnen. Der Anteil der Ärzte mit einer „positiv ausgezeichneten“ Patientenzufriedenheit lag bei 29,2 Prozent. Bei den Ärztinnen waren es 22,7 Prozent.

 

Ähnlich war das Bild bei der Reputation: Fachkollegen bescheinigen Ärzten zu 10,1 Prozent eine „besonders hohe medizinische Reputation“, Ärztinnen hingegen nur zu 5,0 Prozent. Da Ärztinnen genauso gut qualifiziert sind wie ihre männlichen Kollegen, vermuten die Autoren der Studie andere Ursachen für dieses Ungleichgewicht. Sie nennen u. a. die „kulturell geprägte Verknüpfung von Geschlecht und Qualität“.

 

Weiterführender Hinweis

  • Obermann, K. et al.: Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2018: Gender in der ambulanten Medizin: Die Wahrnehmung der Leistungen von Ärztinnen und die demographische Entwicklung, Stiftung Gesundheit, Hamburg 2018 (Download unter ogy.de/uwcn)
Quelle: Ausgabe 03 / 2019 | Seite 13 | ID 45744077