logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

04.12.2008 |Steuern

Aufwendungen für die Weihnachtsfeier sind für den Chefarzt Betriebsausgaben

Weihnachtsfeiern halten viele Chefärzte für notwendig, weil sie die Mitarbeiter seiner Abteilung motivieren und den Teamgeist fördern. Die steuerliche Berücksichtigung solcher Ausgaben war lange Zeit umstritten. Die Finanzverwaltung jedenfalls hat sie in der Vergangenheit nicht immer anerkannt. Inzwischen aber haben die Steuergerichte die steuerliche Berücksichtigung geklärt. 

 

Wie bei allen anderen Betriebsausgaben oder Werbungskosten auch ist erforderlich, dass die Weihnachtsfeier beruflich veranlasst ist. Die berufliche Veranlassung wird insbesondere daraus abgeleitet, dass ein möglicher Bezug des Chefarztes zu der Feier – wie etwa ein Geburtstag – nicht besteht. Aber auch die Tatsache, dass ausschließlich Arbeitnehmer der vom Chefarzt geleiteten Abteilung bewirtet werden, spricht für einen betrieblichen oder beruflichen Anlass. 

 

Situation bei angestellten Chefärzten

Bei ausschließlich nichtselbstständig tätigen Chefärzten hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 10. Juli 2008 (Az: VI R 26/07) die Kosten der Weihnachtsfeier zum Abzug als Werbungskosten zugelassen, wenn an der Feier nicht mehr als zehn Prozent der Teilnehmer aus dem privaten Umfeld des Chefarztes stammen.  

 

Als Betriebsausgaben dürfen Bewirtungskosten, die als branchenüblich anzusehen sind und für die eine betriebliche Veranlassung nachgewiesen ist, grundsätzlich nur mit 70 Prozent der Aufwendungen abgezogen werden. Nach Auffassung des BFH unterliegen jedoch die Aufwendungen bei einer rein betriebsinternen Arbeitnehmerbewirtung keiner Abzugsbeschränkung. Die Kosten der Weihnachtsfeier bleiben daher in vollem Umfang Werbungskosten. 

 

Situation bei angestellten Chefärzten mit eigener Praxis

Die Aufwendungen eines angestellten Chefarztes mit eigener Praxis in der Klinik für eine Weihnachtsfeier mit dem Krankhauspersonal seiner Abteilung sind als Betriebsausgaben abzugsfähig, wenn sie aus beruflichem Anlass der Förderung seiner freiberuflichen Tätigkeit dienen sollen (Niedersächsisches Finanzgericht vom 27. Februar 2002 – Az: 4 K 20/96). Auch bei diesen Chefärzten sind die Aufwendungen ohne Kürzung in vollem Umfang abzugsfähig. 

 

Zum Schluss noch einen Blick auf die Lohnsteuer: Die Aufwendungen des Chefarztes für die Weihnachtsfeier lösen keine Lohnsteuerpflicht aus, wenn nicht mehr als zwei Betriebsfeiern/Betriebsausflüge jährlich durchgeführt werden und auf den einzelnen Arbeitnehmer nicht mehr als anteilig 110 Euro je Veranstaltung entfallen.  

 

Quelle: Ausgabe 12 / 2008 | Seite 20 | ID 123208