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01.10.2005 | Privatliquidation

Der GOÄ-Spiegel

von Dr. med. Bernhard Kleinken, PVS Consult, Köln

In dieser Rubrik befassen wir uns regelmäßig mit von unserenLesern angesprochenen Fragen zur GOÄ-Abrechnung. 

 

01.10.2005 | Chirurgie

Mit welchen zusätzlichen Ziffern kann die Nr. 3198 GOÄ (Pankreoduodenektomie) abgerechnet werden?

Sind die Nrn. 3145/3147 und Nrn. 3176/3177 GOÄ eigentlich neben der Nr. 3198 GOÄ (Pankreoduodenektomie – zum Beispiel nach Whippel) berechnungsfähig? 

 

Es ist unstrittig ist, dass die Operation nach Whippel in der GOÄ katastrophal unterbewertet ist – hier liegt eine Regelungslücke vor. BRÜCK schreibt dazu: „Angesichts der extremen Unterbewertung der Nr. 3198 werden häufig – obwohl dies nicht mit den Vorgaben des § 4 Abs. 2 GOÄ übereinstimmt – neben der Nr. 3198 noch zusätzlich andere Ziffern, zum Beispiel Nr. 3145, berechnet und auch erstattet. Eigenständig neben der von Nr. 3198 umfassten Operation sind häufig eine Milzexstirpation (Nr. 3199), eine Lymphadenektomie (analog Nr. 1783) und eine Resektion mit Rekonstruktion der Pfortader (Nr. 2891) notwendig und dann eigenständig berechenbar.“ 

 

Die Nr. 3176 GOÄ (Transposition eines Darmteils innerhalb des Abdomens) ist für die Rekonstruktion des Magenersatzes einen Versuch wert – verbindlicher kann die Empfehlung leider nicht sein, da es offenbar kaum gerichtliche Auseinandersetzungen gibt oder zumindest gab. Bis vor kurzem haben Versicherungen diese hochkomplexe Operation auch dann erstattet, wenn die Berechnung nicht der Regelung der GOÄ entsprach. 

 

Mit Blick auf das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 13. Mai 2004 (Az: III ZR 344/03 – Abruf-Nr. 041482) bleibt auch folgende Möglichkeit: einmal die Nr. 3198 GOÄ originär und zusätzlich einmal die Nr. 3198 GOÄ analog abrechnen. 

 

Quelle: Ausgabe 10 / 2005 | Seite 19 | ID 86435