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01.01.2004 | Management

Fehlermanagement in Ihrer Abteilung: Fehler erkennen und handeln

Nur wenige Ereignisse sind für einen Arzt in seinem Berufsleben derart eindrucksvoll wie der Vorwurf, einem Patienten durch sein Verhalten geschadet zu haben. Der alte ärztliche Grundsatz "non nocere" erhält heute durch die gleichzeitig bestehende forensische Problematik eine deutliche Erweiterung. Zudem können auch Fehler, die im administrativen Bereich auftreten, große betriebswirtschaftliche Relevanz haben und hohe Schadensummen erzeugen. Um die Auftretenswahrscheinlichkeit für Fehler möglichst niedrig zu halten, sollte die Klinikleitung die Einführung eines Fehlermanagement-Systems in Erwägung ziehen.

Wann spricht man von einem Fehler?

Der Definition nach handelt es sich bei einem Fehler um das vermeidbare Nicht-Erreichen eines angestrebten Ziels. Nicht jeder Fehler hat - erfreulicherweise - eine negative Auswirkung auf Patienten oder Ergebnisse. Zum Beispiel entsteht ein Behandlungsfehler erst, wenn durch ein - schuldhaftes - Verhalten des Arztes ein Schaden entsteht. Ansonsten wird im Fehlermanagement von einem Beinahe-Fehler gesprochen. Dieser Ausdruck beschreibt ein ungewolltes Ereignis, das einen Schaden hätte auslösen können, dies aber nicht getan hat.

Es treten erfreulicherweise nur sehr selten Schäden durch Fehler im klinischen Alltag auf, der größte Teil der falschen Tätigkeiten bedingt keine Schäden. Schätzungen gehen von über 95 Prozent folgenlosen Fehlern in Alltag aus. Die häufigen Beinahe-Fehler sind für ein aktives Fehlermanagement besonders wichtig, da sie die Möglichkeit schaffen, eine Fehleranalyse durchzuführen, ohne dass zuvor ein Patient geschädigt wurde oder ein anderes nachteiliges Ereignis eintrat.

Oft wird allerdings die absolute Häufigkeit des Auftretens von Fehlern subjektiv unterschätzt. Eine Fehlerquote von 0,1 Prozent erscheint uns zum Beispiel auf den ersten Blick niedrig. Für den Flughafen in Düsseldorf würde diese Quote allerdings vier Flugzeugabstürze pro Woche bedeuten. Und eine Fehlerrate von 0,01 Prozent hätte bei unserem Herzen immer noch eine Minute Kreislaufstillstand pro Woche zur Folge. Bei oft wiederkehrenden Ereignissen - und hierum handelt es sich ja bei den Beispielen - kann also bereits eine geringe Fehlerwahrscheinlichkeit zu einem sehr häufigen Auftreten von Fehlern führen.

Für den Umgang mit Fehlern ist es wichtig, die Fehlerarten zu unterscheiden. Die wichtigsten Fehlertypen sind:

Der Betreffende ... Fehlertyp Konsequenz
...kann es und macht es sonst immer richtig. Ausrutscher keine
...glaubt es zu können und macht es falsch. Irrtum Schulung
...kann es und macht es bewusst falsch. Regelverletzung Sanktion
...handelt korrekt innerhalb des Systems. Systemfehler System ändern
Diese drei Schritte müssen Sie beachten