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02.06.2010 |Leserforum

Nr. 435 GOÄ bei Verlegung in ein weiteres Krankenhaus nur einmal berechenbar?

Frage: „Ein Privatpatient lag auf der Intensivstation der inneren Abteilung einer benachbarten Klinik (30 km Entfernung). Er musste am selben Tag in unsere Klinik zum Herzkatheter verlegt werden. Hier wurde er auf der Intensivstation weiterbehandelt. Der Arzt in dem erstaufnehmenden Krankenhaus hat die Intensivleistung nach Nr. 435 GOÄ berechnet. Ich als der Chefarzt der Kardiologie unserer Klinik habe für denselben Tag die Nr. 435 ebenfalls berechnet.  

 

Jetzt schreibt die Versicherung, dass die Nr. 435 nur von einem Arzt berechnet werden darf. Der Text der GOÄ-Nr. 435 sei auf die ‚intensivmedizinsiche Überwachung und Behandlung... bis zu 24 Stunden Dauer‘ abgestellt. Nach dem amtlichen Text zur GOÄ-Nr. 435 würde ergänzt: ‚Teilleistungen sind auch dann mit der Gebühr abgegolten, wenn sie von verschiedenen Ärzten erbracht werden.‘ Dies sei vorliegend festzustellen und bedeute, dass diese Ziffer je 24 Stunden nur einmal abgerechnet werden dürfe. Gegebenenfalls müssten die Ärzte sich intern über die Quotelung einigen. Muss ich mich nun tatsächlich mit dem Chefarzt des anderen Krankenhauses einigen?“ 

 

Antwort: Nein. Die Auffassung der Krankenkasse ist im Falle der Verlegung eines Patienten nicht zutreffend. Grund: Die allgemeinen Bestimmungen zu Nr. 435 GOÄ beziehen sich auf Teilleistungen, die von verschiedenen Ärzten im zeitlichen Zusammenhang mit der intensivmedizinischen Leistung auf der gleichen Intensivstation, also am gleichen Ort erbracht wurden.  

 

Grundsätzlich rechnet jeder liquidationsberechtigte Arzt jedes Krankenhauses seine Leistungen für sich ab. Die Leistung nach Nr. 435 GOÄ ist, zumal sie auch noch in verschiedenen Krankenhäusern erbracht wurde, nicht teilbar. Voraussetzung ist aber die tatsächliche stationäre Aufnahme in das andere Krankenhaus im Rahmen der Verlegung. Regelungen einer eingeschränkten Berechnung der Nr. 435 bei Verlegung - zum Beispiel die Abrechnung nur im aufnehmenden Krankenhaus - sieht die GOÄ grundsätzlich nicht vor.  

 

Der Abrechnungszeitraum gemäß Leistungslegende „bis zu 24 Stunden“ löst auch dann, wenn diese 24 Stunden nicht erfüllt sind, die Abrechnung der Nr. 435 aus. Es handelt sich also um eine zeitliche Obergrenze. Genauso hätte die Leistungslegende lauten können „...je angefangene 24 Stunden“. Zu beachten ist weiterhin, dass es sich stets um Leistungen am gleichen Ort durch den gleichen Arzt handelt. Erbringen zwei Ärzte bei demselben Patienten zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten ihre Leistungen, so sind diese auch berechnungsfähig.  

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2010 | Seite 18 | ID 136142