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01.04.2008 | Gesetzgebung

GBA beschließt Vereinbarung zur Qualitätssicherung bei dem Bauchaortenaneurysma

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat am 13. März 2008 eine Vereinbarung über Maßnahmen der Qualitätssicherung zur stationären Versorgung bei der Indikation „Bauchaortenaneurysma“ beschlossen. Sie soll am 1. Juli 2008 in Kraft treten. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Regelungen für Sie zusammenstellt. 

Der konzeptionelle Rahmen

Die stationäre Versorgung von Patienten mit einem elektiven, chirurgisch behandlungsbedürftigen Bauchaortenaneurysma darf nur in einer Einrichtung erfolgen, die bestimmten Anforderungen entspricht (siehe hierzu unten auf dieser Seite). Als Einrichtung kann nur ein nach § 108 SGB V zugelassenes Krankenhaus gelten – Kooperationen mit anderen Leistungserbringern sind lediglich im bestimmten Umfang möglich (siehe hierzu die Ausführungen auf der nächsten Seite). 

 

Was passiert, wenn ein Patient mit einem Bauchaortenaneurysma in ein Krankenhaus aufgenommen oder eine solche Diagnose während eines stationären Aufenthalts festgestellt wird und das Krankenhaus die Anforderungen nicht erfüllt, aber eine chirurgische Notfallbehandlung des Bauchaortenaneurysmas erforderlich wird?  

 

In diesen Fällen muss unmittelbar während oder nach der Einleitung der lebensrettenden Sofortmaßnahmen Kontakt mit den rufbereiten Ärzten einer möglichst nahegelegenen Einrichtung die den Anforderungen entspricht aufgenommen und eine Verlegung des Patienten dorthin zum geeigneten Zeitpunkt in Abhängigkeit von der Transportfähigkeit vorgenommen werden. Wenn aus medizinischen Gründen eine Verlegung nicht vertretbar ist, ist zu klären, ob die Notfalloperation in der aufnehmenden Einrichtung aus vitaler Indikation zur Blutungskontrolle begonnen und unter Hinzuziehung eines externen gefäßchirurgischen Teams dort beendet werden kann. Eine anschließende Verlegung in die spezialisierte Einrichtung zur Nachbehandlung ist dann möglichst anzustreben.  

Die personellen und fachlichen Anforderungen

Dem nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhaus muss ein fachlich leitender Arzt und mindestens ein weiterer klinisch tätiger Arzt angehören, die über die Facharztanerkennung „Gefäßchirurgie“ oder die Anerkennung für den Schwerpunkt der Gefäßchirurgie verfügen. Die Ärzte müssen mit allen gängigen Verfahren zu Behandlungen und Operationen von Bauchaortenaneurysmen vertraut sein. 

 

Die stationäre Versorgung ist durch einen Arzt mit Erfahrungen in der Gefäßchirurgie sicherzustellen. Die Einrichtung muss über einen eigenständigen gefäßchirurgischen Dienst verfügen, der zu jeder Zeit durch einen Facharzt für Gefäßchirurgie sichergestellt wird. Die Narkose im Rahmen der Operation muss durch einen Facharzt für Anästhesiologie durchgeführt werden, der mit dem speziellen intraoperativen Management bei diesen Eingriffen vertraut ist. 

Anforderungen an die Organisation und die Infrastruktur

Die präoperative Diagnostik des Bauchaortenaneurysmas wird durch ein interdisziplinäres Team unter besonderer Berücksichtigung der Gefäßchirurgie, Radiologie, Inneren Medizin (Kardiologie, Pulmonologie, Gastroenterologie) und Labormedizin sichergestellt. Die nachfolgenden Einrichtungen müssen jederzeit für die Versorgung dienstbereit sein: 

 

  • dem technischen Fortschritt entsprechender Operationssaal mit anästhesiologischem Equipment und der Möglichkeit des invasiven Kreislaufmonitorings sowie Möglichkeiten der intraoperativen bildgebenden Diagnostik, insbesondere Angiographie,
  • Intensivstation mit räumlicher Nähe zum Operationssaal mit der Möglichkeit der Behandlung von (Multi-)Organversagen,
  • dem technischen Fortschritt entsprechenden bildgebenden Verfahren über 24 Stunden mit der Möglichkeit der Untersuchung unter Narkose/Sedierung,
  • invasive Kardiologie (gegebenenfalls in Kooperation),
  • Nierenersatztherapie,
  • Labormedizin bzw. klinisch-chemisches Labor, Sicherstellung der Transfusionsmedizin.

 

Die Anforderungen können auch durch Kooperationen mit für die Versorgung von GKV-Patienten zugelassenen Institutionen oder Vertragsärzten nachgewiesen werden. Dies setzt voraus, dass die genannten Anforderungen verfügbar und erreichbar sind. Für jede kooperierende Einrichtung ist ein Ansprechpartner zu benennen. Die Einrichtung soll die Möglichkeit zur Weiterbildung für die Fachärzte für Gefäßchirurgie bzw. im Schwerpunkt zur Gefäßchirurgie anbieten. 

Nachweisverfahren

Erfüllt eine Einrichtung die Anforderungen an die personelle bzw. fachliche und organisatorische Infrastruktur nicht, so ist sie verpflichtet, diese bis zum 30. Juni 2009 zu erfüllen und gegenüber den Krankenkassen vor Ort nachzuweisen. Die Diagnosen in Kombination mit den Prozeduren zur Behandlung von Patienten sind ebenso wie die Konformitätserklärung (als Nachweis gegenüber den Krankenkassen bei den jährlichen Pflegesatzbehandlungen) im Internet unter www.g-ba.de/Informationen/Beschluesse/ abrufbar. 

Quelle: Ausgabe 04 / 2008 | Seite 1 | ID 118516