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02.06.2009 |Der GOÄ-Spiegel

Rechnungsstellung bei Analogabrechnungen: Was ist zu beachten?

Zur Verunsicherung führte kürzlich der Tipp in einer Ärztezeitung zur Analogabrechnung: „Das kleine ´a´ muss hinter der herangezogenen GOÄ-Ziffer angeführt werden.“ Prompt gab es einen Leserbrief: „Eigene Zusätze sind unzulässig“. Wie macht man es richtig? 

 

§ 12 Abs. 4 der GOÄ fordert, die „entsprechend bewertete Leistung für den Zahlungspflichtigen verständlich“ zu beschreiben. Das heißt: Die tatsächlich erbrachte Leistung muss verständlich - keine unverständlichen Fachtermini oder kryptischen Abkürzungen - angeführt werden. Der Patient soll erkennen, was gemacht wurde. Weiter fordert § 12 Abs. 4, dass diese Leistung mit dem Hinweis „entsprechend“ zu versehen ist. Der Patient soll erkennen, dass diese - die erbrachte Leistung - analog abgerechnet wird. 

 

Nimmt man den § 12 wörtlich, wäre nur der Zusatz „entsprechend“ gültig. In der Praxis haben sich längst Zusätze wie „analog“ oder „§ 6 entsprechend“ oder auch das kleine „a“ eingebürgert. So lange die Transparenz gewahrt wird - der Patient also erkennt, dass die erbrachte Leistung analog abgerechnet wird -, werden keine Einwände dagegen erhoben. Mit dem Zusatz „a“ kann es aber Verwirrung geben: Einige Leistungen in der GOÄ tragen diesen Zusatz, so dass der Eindruck entstehen könnte, dies sei eine GOÄ-Leistung. Wir raten deshalb vom Zusatz „a“ ab. 

 

Dass eigene Zusätze unzulässig seien, muss angezweifelt werden. Im „GOÄ-Ratgeber“ des Deutschen Ärzteblattes vom 7. September 2007 wird der eigene Zusatz - ein vorangestelltes „A“ - für von der BÄK empfohlene Analogabrechnungen erlaubt. Begründung: Der Zusatz diene dem leichteren Erkennen als BÄK-Empfehlung. Dies ist richtig, aber weder ist der BÄK-Vorschlag Bestandteil der GOÄ noch ist jede Verwechslungsgefahr ausgeschlossen. Die GOÄ selber fordert das vorangestellte „A“ bei der analogen Abrechnung von Laborleistungen (Allgemeine Bestimmung Nr. 8 zu Abschnitt M). 

 

Schließlich fordert § 12, dass die zur Analogabrechnung herangezogene Leistung - die Leistung, die in der GOÄ enthalten ist - mit GOÄ-Nummer und (Kurz-)Bezeichnung anzuführen ist. Hier soll der Analogabgriff wie eine „normale“ GOÄ-Position angeführt werden. 

 

§ 12 GOÄ legt nur den Mindestinhalt der Arztrechnung fest. Weitere Angaben sind nicht ausgeschlossen. Eigene Zusätze bei der Analogabrechnung sind so lange erlaubt, wie die Transparenz der Abrechnung gewahrt ist.  

 

Fazit: Lassen Sie sich durch diese Diskussion nicht verunsichern! So lange der Zahlungspflichtige - in der Regel der Patient - klar erkennen kann, was gemacht wurde, dass dies analog abgerechnet wird und mit welchen GOÄ-Positionen dies erfolgt, ist Kritik an der Rechnungsgestaltung eher akademisch. Praktisch hat sie keinen großen Wert. 

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2009 | Seite 19 | ID 127435