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02.06.2010 |Der GOÄ-Spiegel

Konsil zwischen Operateur und Anästhesist

Wird die Nr. 60 GOÄ für Konsile zwischen Operateur und Anästhesist berechnet, gibt es regelmäßig Probleme mit Kostenerstattern. Diese lehnen in der Regel die Abrechnung ab und begründen dies damit, dass Abstimmungen zwischen Operateur und Anästhesist nicht zum Ansatz der Nr. 60 GOÄ berechtigen. Da in der GOÄ-Rechnung zur Nr. 60 GOÄ die Namen oder Fachbezeichnungen der Konsiliarpartner nicht angegeben werden müssen, tritt dieses Problem häufig bei den Anästhesisten auf, seltener beim Operateur. Die ablehnende Haltung der Versicherer ist aber längst nicht immer berechtigt. 

 

Richtig ist, dass das Konsil nach einer Anmerkung zur Nr. 60 GOÄ für „routinemäßige“ Besprechungen wie etwa Gespräche zur Abstimmung des Narkoseverfahrens oder zur Operationsplanung nicht berechnungsfähig sind. Jedoch sind längst nicht alle Erörterungen zwischen Anästhesist und Operateur „routinemäßig“, so zum Beispiel Erörterungen zur Abstimmung des diagnostischen oder therapeutischen Vorgehens, die aufgrund bestehender Vorerkrankungen, Besonderheiten der operationspflichtigen Erkrankung und deren Vorbehandlung, bei der Narkose erhobener Befunde oder bei der Narkose aufgetretener Ereignisse notwendig sind. In solchen Fällen ist Nr. 60 GOÄ berechenbar. 

 

Bestätigt wird diese Auslegung in den „Hinweisen zur Abrechnung von anästhesiologischen GOÄ-Nummern“ - einem Papier des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten (BDA) und der Versicherungskammer Bayern. Hier heißt es zur Nr. 60 GOÄ, dass diese bei entsprechenden Vorerkrankungen berechenbar ist, zum Beispiel bei internistischen Erkrankungen wie Lungen- und Herzerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder neurologisch-psychischen Erkrankungen. In diesen Fällen sei es aber empfehlenswert, die jeweiligen Indikationen bereits in der Rechnung nachvollziehbar zu dokumentieren. Zwar sind diese Hinweise nur auf Vorerkrankungen bezogen, gleichwohl unterstützen auch sie die Argumentation bei Vorliegen komplexerer, nicht routinemäßiger Umstände.  

 

Hinweis: Die Hinweise sind unter www.bda.de/downloads/21_0Leitlinie-Anaesthesieabrechnungen-Okt-2006.pdf sowie unter www.iww.de in Ihrem persönlichen Informationsbereich myIWW, Rubrik „Arbeitshilfen/Abrechnung“, zu finden. 

 

BG-Besonderheiten der BG-Abrechnung von Konsilen

Auch wenn BG-Fälle nach der „UV-GOÄ“ abgerechnet werden, gelten bei der BG-Abrechnung oft von der Privatliquidation verschiedene „Spielregeln“. Die BG-Abrechnung ist eben keine „Privatliquidation“, sondern die Abrechnung gegenüber Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung (begründet im SGB VII). So heißt es zum Beispiel in den „Arbeitshinweisen der Unfallversicherungsträger zur Bearbeitung von Arztrechnungen“ zum Konsil zwischen Operateur und Anästhesist: „Chirurgen und auch Anästhesisten rechnen bei ambulanten OPs (z.B. der Kniegelenke) fast immer die Nr. 60 ab; diese ist regelmäßig - mit Begründung - zu streichen.“ 

 

Es heißt dort aber auch: „Die übliche Abstimmung zwischen Operateur und Anästhesist vor einem operativen Eingriff ist mit der OP-Gebühr oder der Gebühr für die Anästhesie abgegolten ...“. Und: „Diese Besprechungen dienen auch regelmäßig nicht der Klärung diagnostischer oder therapeutischer Zweifelsfragen.“  

 

Gegebenenfalls sollten Sie der BG erläutern, dass die Ausnahme von der Regel vorlag - und dabei jeweils die Indikation für das Konsil angeben. In vielen Fällen ist so ein Einlenken zu bewirken. 

 

Hinweis: Die Arbeitshinweise der BG enthalten Ausführungen (den Standpunkt der BG) nicht nur zu anästhesiologischen Leistungen, sondern zu vielen Ziffern der UV-GOÄ und allgemein zum BG-Verfahren. Jeder Arzt, der BG abrechnet, sollte diese Arbeitshinweise kennen. Sie finden diese unter www.dguv.de („Ärzte und Krankenhäuser“) sowie unter www.iww.de in Ihrem persönlichen Informationsbereich myIWW, Rubrik „Arbeitshilfen/Abrechnung“. 

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2010 | Seite 19 | ID 136143