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01.12.2007 | Der GOÄ-Spiegel

Die Berechnung der Nr. 800 GOÄ durch Orthopäden

Im „GOÄ-Spiegel“ Nr. 6/2007 hatten wir aufgezeigt, dass dieNr. 800 GOÄ (Eingehende neurologische Untersuchung) auch vonOrthopäden erbracht und abgerechnet werden kann. 

 

Wer immer noch Probleme mit Kostenträgern hat, die dies nicht anerkennen wollen, kann jetzt auf eine bestätigende Auffassung im Deutschen Ärzteblatt hinweisen (Deutsches Ärzteblatt 104, Ausgabe 42 vom19. Oktober 2007, Seite A-2904/B-2560/C-2484, „GOÄ-Ratgeber“). Dort heißt es: „Die Nr. 800 GOÄ sollte berechnet werden können, wenn mindestens drei der oben genannten Bereiche untersucht worden sind“ und „[Die Anführung der Nr. 800 im Abschnitt G der GOÄ] stellt, anders als im EBM, keine grundsätzliche Zugriffsbeschränkung für bestimmte Facharztgruppen dar. Die Berechnung der Nr. 800 GOÄ ist daher auch für Ärzte anderer Fachgebiete möglich, soweit die Leistung nach den Regeln der ärztlichen Kunst im Rahmen des medizinisch Notwendigen erbracht wurde.“ 

01.12.2007 | Der GOÄ-Spiegel

Die Berechnung der Nr. 800 GOÄ neben der Nr. 7 GOÄ

Nr. 7 GOÄ (Vollständige körperliche Untersuchung) enthält für die Untersuchung der Stütz- und Bewegungsorgane auch die Prüfung der Reflexe. Deshalb ist aber nicht ausgeschlossen, die Nr. 800 GOÄ (Eingehende neurologische Untersuchung) auch neben der Nr. 7 GOÄ zu berechnen. 

 

Es gibt keine formalen Ausschlusskriterien, weder in den Anmerkungen zu den Nrn. 7 und 800 GOÄ noch in Allgemeinen Bestimmungen. Werden neben der Reflexprüfung als Teil der Nr. 7 GOÄ noch zum Beispiel Sensibilität, Koordination und Vegetativum als neurologische Untersuchungen durchgeführt, ist dafür die Nr. 800 GOÄ auch neben dem „orthopädischen Organstatus“ nach derNr. 7 GOÄ berechnungsfähig. 

01.12.2007 | Der GOÄ-Spiegel

Auslagenersatz für Dokumentationen

Welche Kosten können in Rechnung gestellt werden, wenn Versicherungen – gegebenenfalls über die Patienten – Kopien von Behandlungsunterlagen anfordern sowie Patienten um einen Videomitschnitt der Operation oder einen Datenträger mit ihren Röntgenbildern bitten? 

 

In § 10 GOÄ (Auslagenersatz) ist für solche Fälle keine Regelung vorgesehen. Trotzdem können die Auslagen in Rechnung gestellt werden. Grundlage dafür ist § 670 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): „Macht der Beauftragte zum Zwecke der Ausführung des Auftrags Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so ist der Auftraggeber zum Ersatz verpflichtet.“ 

 

Auch die „Aufwendungen“ sind – ebenso wie die „Auslagen“ des § 10 GOÄ – tatsächlich entstandene Kosten. Eine „freie Vermutung“ der entstandenen Aufwendungen als Berechnungsgrundlage ist deshalb nicht zulässig. Ebenso ist – auch wie bei den „Auslagen“ der GOÄ – kein Aufschlag auf die tatsächlich entstandenen Kosten zulässig. 

 

In Fällen, in denen die Kosten nicht kalkulatorisch bekannt sind, hat es sich bewährt, sich an „marktübliche Verhältnisse“ anzulehnen: 

 

Fotokopien

Für die Anfertigung von Fotokopien wird zum Beispiel eine Abrech-nung in Anlehnung an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) in der Regel akzeptiert. Dort sind für bis zu 50 Kopien je 0,50 Euro vorgesehen, für jede weitere Kopie 0,15 Euro. Entstehen die Kopien allerdings im Rahmen eines Gutachtens, ist die in der Nr. 96 GOÄ vorgesehene Gebühr von 0,17 Euro je Kopie anzuwenden. 

 

Gutachten für Gerichte und Behörden

Bei Gutachten nach dem JVEG richtet sich der Aufwendungsersatz nach § 7 JVEG (je 0,50 Euro für die ersten 50 Seiten, dann 0,17 Euro, bei Farbkopien 2 Euro je Seite). 

 

Videomitschnitt

Falls das Video – angesichts der heutigen DVD-Möglichkeiten – noch gewünscht ist, berechnen die Dienstleister etwa 0,30 Euro pro Minute Film. Die Mindestgebühr sollte der Kassettenpreis sein (etwa 2 bis 3 Euro). 

 

Datenträger mir Röntgenbildern

Die im JVEG genannte Aufwendung von 2,50 Euro je Datei kann auch als Richtschnur für die Überlassung elektronisch gespeicherter Dateien dienen. 

01.12.2007 | Der GOÄ-Spiegel

„Persönliche Befassung“ beim Konsil

Für die Berechnung des Konsils ist es nach der Anmerkung zuNr. 60 GOÄ erforderlich, dass sich der liquidierende Arzt „persönlich mit dem Patienten und dessen Erkrankung befasst“ hat. Nun wurde die Frage gestellt, ob dies eine Befassung mit dem Patienten in Person verlangt oder ob diese Voraussetzung auch durch ausgiebiges Studium von Behandlungsunterlagen des Patienten erfüllt ist. 

 

Die Ausführung „mit dem Patienten“ und die Verbindung zwischen „Patient“ und „dessen Erkrankung“ durch „und“ (statt „oder“ oder „und/oder“ wie sonst in der GOÄ, wenn Alternativen aufgezeigt werden) lassen erkennen, dass eine Befassung mit dem körperlich anwesenden Patienten vorausgesetzt ist. Nur die Befassung mit Unterlagen reicht nicht! 

01.12.2007 | Der GOÄ-Spiegel

Die Nr. 420 GOÄ ist „je Organ“ berechenbar

Ein Chefarzt berechnete für die Ultraschalluntersuchung weiterer Organe im Anschluss an die Nr. 410 GOÄ (Ultraschalluntersuchung eines Organs) die Nr. 420 GOÄ (Ultraschalluntersuchung Organe) nur einmal für jeweils drei Organe. War dies korrekt? 

 

Die sonographische Untersuchung eines zweiten und weiterer Organe löst jeweils (pro Organ) die Nr. 420 GOÄ aus, je Sitzung ist die Nr. 420 GOÄ aber nicht mehr als dreimal berechnungsfähig. „Bis zu drei weiteren Organen“ in der Nr. 420 bezieht sich nur auf die in der Anmerkung genannte Abregelung der Berechnungsmöglichkeit auf höchstens dreimal je Sitzung. 

 

Falls zur Nr. 420 GOÄ noch Unklarheiten bestehen: Schreiben Sie uns! Manchmal sehen GOÄ-Autoren mögliche Fragen nicht, die beim Lesen der GOÄ-Texte durchaus entstehen können. 

 

Quelle: Ausgabe 12 / 2007 | Seite 14 | ID 116074