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05.02.2008 | Der GOÄ-Spiegel

Die Abrechnung der Longo-Operation

Bei Stapler-Hämorrhoidektomie nach Longo wird von vielen Kostenträgern verlangt, diese nach Nr. 3241 GOÄ [Hohe intraanale Exzision von Hämorrhoidalknoten (zum Beispiel nach Milligan/Morgan) – auch mit Analplastik, 924 Punkte] abzurechnen. Begründung: Nach wie vor handele es sich um eine Hämorrhoiden-Operation, der höhere Aufwand könne nur beim Steigerungsfaktor berücksichtigt werden. 

 

Richtig daran ist nur, dass es sich um eine Operation bei Hämorrhoiden handelt. Das ist aber nicht entscheidend. Die Frage ist, ob die Longo-Op von der Nr. 3241 GOÄ erfasst wird. 

 

Nr. 3241 GOÄ ist – wie das dort angeführte Beispiel Milligan/Morgan zeigt – auf herkömmliche Operationsverfahren abgestellt. Das Verfahren der Longo-Op war bei Fassung der GOÄ 1983 noch nicht bekannt. Es war auch noch nicht möglich, da entsprechende Zirkularstapler noch nicht zur Verfügung standen. Zudem ist die Leistung der Nr. 3241 GOÄ eine „Exzision“ der Hämorrhoidalknoten. Bei der Longo-Op werden aber nicht die Hämorrhoidalknoten exzidiert, sondern proximal davon gelegene Schleimhaut wird exidiert. 

 

Eine andere Ziffer für die Longo-Op enthält die GOÄ nicht. Somit sind die Voraussetzungen für eine Analogabrechnung gegeben.  

 

Die Operation verlangt viel Erfahrung, die Operationsdauer ist aber etwa gleich der Operation nach Milligan/Morgan. Die wesentlich höheren Materialkosten spielen hier keine Rolle, da sie entweder Krankenhausleistung sind oder – bei entsprechenden Voraussetzungen – gesondert berechnet werden könnten (§ 10 GOÄ). Als angemessenen Analogabgriff empfehlen wir deshalb die Nr. 3231 GOÄ (Operation des Mastdarmvorfalls..., 1.150 Punkte). 

 

Mit den dargestellten Sachverhalten können Sie Einwendungen begegnen. Zusätzlich können Sie darauf hinweisen, dass Leistungen, für die eine Analogabrechnung infrage kommt, nicht über einen erhöhten Steigerungsfaktor honoriert werden können (BGH-Urteil vom 13. Mai 2004, Az: III ZR 344/03 – Abruf-Nr. 041482; siehe auch „Chefärzte Brief“, Nr. 8/2004, S. 15). 

 

Praxistipp

Um die Eigenständigkeit des Operationsverfahrens deutlich zu machen, empfehlen wir folgendes: Schreiben Sie in Ihren Operationsbericht nicht lakonisch „Hämorrhoidenoperation“ oder „Hämorrhoidopexie“, sondern zum Beispiel „Enddarm-Schleimhautplastik nach Longo bei Hiämorrhoiden“. 

Quelle: Ausgabe 02 / 2008 | Seite 18 | ID 117429