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05.02.2008 | Der GOÄ-Spiegel

Der Steigerungsfaktor bei Sonographien

Die Kriterien des § 5 GOÄ für die Bemessung des Steigerungsfaktors bei überdurchschnittlicher Schwierigkeit oder hohem Zeitaufwand der Leistung sind meist miteinander verbunden – eine schwierigere Leistung erfordert meist auch einen höheren Zeitaufwand als der Durchschnittsfall. Für die Wahl des Steigerungsfaktors bei Sonographien sollte man aber beides voneinander unterscheiden. Die erhöhte Schwierigkeit ist in der Leistung selbst begründet, der erhöhte Zeitaufwand kann zum Beispiel auch auf einem besonderen Leistungsumfang beruhen. 

 

Die Durchführung einer sonographischen Untersuchung (Nrn. 410 und 420 GOÄ) kann zum Beispiel schwieriger sein bei einer Luftüberlagerung, reflektorischer Abwehrhaltung, vorangegangener Operation, Sekundärveränderungen bei chronischer Erkrankung, atypischer Organlage oder schwieriger Differentialdiagnostik zum Ausschluss einer malignen Erkrankung.  

 

Bei der Nr. 420 GOÄ können aber nicht nur patientenindividuelle Gründe für einen höheren Faktor vorliegen. Selbst wenn die jeweilige Untersuchung durchschnittlich schwierig ist (2,3-facher Faktor), kann bei der Untersuchung vieler Organe der besondere Leistungsumfang und Zeitaufwand bei Untersuchung von mehr als vier Organen (die mit Nr. 410 plus dreimal Nr. 420 erfasst sind) mit einem höheren Steigerungsfaktor (bis 3,5-fach) berücksichtigt werden. 

 

Dies beruht darauf, dass die Nr. 420 GOÄ in der Berechnung abgeregelt ist (maximal dreimalige Berechnung in einer Sitzung nach der Abrechnungsbestimmung). Bei einer Untersuchung von mehr als vier Organen kann Nr. 420 deshalb mit einem höheren Faktor (bis 3,5-fach) berechnet werden. 

 

Der höhere Zeitaufwand der Untersuchung von mehr als vier Organen kann nicht mit einem höheren Faktor zur Nr. 410 GOÄ berechnet werden. Nr. 410 GOÄ umfasst nur die Untersuchung eines Organs (unbenommen davon sind die oben angeführten höheren Schwierigkeiten der Untersuchung). 

 

§ 5 GOÄ verlangt bei der Wahl des Faktors das „billige Ermessen“ – also die Angemessenheit der Abrechnung. Unangemessen wäre, die Untersuchung von mehr als vier Organen mit einem höheren Faktor schematisch zu allen – der in der Regel drei – angesetzten Nrn. 420 GOÄ zu berechnen. Abhängig vom Untersuchungsumfang muss zwischen der Berechnung eines höheren Faktors bei nur einer der Nrn. 420 GOÄ (zum Beispiel bei Untersuchung von fünf Organen) bis zur Höherabrechnung aller drei angesetzten Nrn. 420 GOÄ (zum Beispiel bei acht oder mehr untersuchten Organen) differenziert werden. 

 

Die untersuchten Organe sind in der Rechnung anzugeben. Dadurch ist eine Begründung wie „besonders umfangreiche Untersuchung vieler Organe“ auch nachvollziehbar. 

Quelle: Ausgabe 02 / 2008 | Seite 19 | ID 117434