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02.03.2011 |Der GOÄ-Spiegel

Abrechnung der Patient Controlled Analgesia (PCA)

Grundlage für die Berechnung der PCA ist, dass die entsprechende GOÄ-Leistung für die Anästhesieleistung mit Kathetereinbringung („Erstziffer“) zuzüglich der Ziffer für die fortgesetzte Überwachung der Anästhesieleistung („Folgeziffer“) zum Ansatz kommt. Das Anlegen der Medikamentenpumpe ist nicht Bestandteil der Leistungslegenden der „Erstziffern“. Es ist auch keine „besondere Ausführung“ davon und somit zusätzlich berechenbar. Zum Ansatz kommt dafür zusätzlich zur „Erstziffer“ die Nr. 784 GOÄ (Erstanlegen einer externen Medikamentenpumpe ...). Dies wurde auch im GOÄ-Ratgeber des Deutschen Ärzteblatts vom 27. Februar 2009 bestätigt. 

 

Für Plexuskatheter gibt es keine auf den Tag bezogene „Folgeziffer“. Die Nr. 477 GOÄ (Armplexus-/Paravertebralanästhesie, 190 Punkte) als Folgeziffer der Nr. 476 GOÄ (380 Punkte) ist auf „jede weitere angefangene Stunde“ abgestellt. Als die Nr. 477 GOÄ formuliert wurde, erstreckten sich Plexusanästhesien nicht auf mehr als zwei bis maximal drei Stunden. Die Nr. 477 bei der PCA an den Folgetagen stündlich zu berechnen, würde zu einem völlig überhöhten Honorar führen. In Relation zur Nr. 476 ist angemessen, die Nr. 477 GOÄ einmal je Folgetag zu berechnen, bei längerer Dauer als einer (weiteren) Stunde mit dem Höchstsatz (3,5-fach). 

 

Erfolgt die Therapie unter Anlage eines ZVK, ist „Erstziffer“ die Nr. 260 GOÄ (ZVK-Anlage). Eine „Folgeziffer“ für die Schmerztherapie mittels ZVK gibt es nicht. Angemessen ist auch hier die einmalige Abrechnung der Nr. 477 (analog) je Tag mit dem Höchstsatz der GOÄ. Je nach Art des Schmerzkatheters kommen somit die folgenden Ziffern zum Ansatz: 

 

  • Periduralkatheter: Nr. 474 für den ersten Tag + Nr. 784 für das Anlegen der Medikamentenpumpe + Nr. 475 für den zweiten und jeden Folgetag.
  • Plexusanästhesie: Nr. 476 für den ersten Tag + Nr. 784 für das Anlegen der Medikamentenpumpe + Nr. 477 für den zweiten und jeden Folgetag mit 3,5-fachem Faktor.
  • ZVK: Nr. 260 für den ersten Tag + Nr. 784 für das Anlegen der Medikamentenpumpe + Nr. 477 analog für den zweiten und jeden Folgetag mit 3,5-fachem Faktor.

 

Umstritten ist, ob das Erstauffüllen der Medikamentenpumpe eigenständig berechnet werden kann. Da die Nr. 784 GOÄ sowohl die Erstanlage als auch die Einstellung der Pumpe umfasst, muss man das Erstauffüllen unseres Erachtens als Bestandteil der Nr. 784 GOÄ - und somit nicht eigenständig berechenbar - ansehen. 

 

Sowohl die GOÄ-Nrn. 474, 475 476 und 477 als auch die Nr. 784 können neben der „Intensivüberwachung“ nach Nr. 435 GOÄ berechnet werden. Die Wiederauffüllung, Überwachung und Umprogrammierung der Pumpe ist hingegen nicht neben Nr. 435 GOÄ berechnungsfähig, da eine „Basis-Analgosedierung“ mit der Nr. 435 GOÄ als abgegolten anzusehen ist.  

 

Nicht folgen können wir dem GOÄ-Ratgeber darin, dass er auf der Normalstation für die notwendige Überwachung („Schmerzvisite“) die Nr. 45 GOÄ (Visite) und dazu für die Wiederauffüllung und Umprogrammierung die Nr. 261 GOÄ (Arzneimitteleinbringung in einen parenteralen Katheter) als berechenbar sieht. Zum einen sind in den Überwachungsleistungen der Nrn. 475 oder 477 auch Nachinjektionen abgegolten (siehe auch GOÄ-Kommentar des Berufsverbandes), zum anderen ist die Nr. 261 GOÄ für das Einbringen von Anästhetika und Anästhesieadjuvantien im Zusammenhang mit einer Anästhesie/Narkose nicht berechenbar (Anmerkung zu Nr. 261) - also auch nicht neben den Anästhesieleistungen der „Folgeziffern“. 

 

Quelle: Ausgabe 03 / 2011 | Seite 19 | ID 142663