· Fachbeitrag · Wirtschaftsforschung
Bauwirtschaft und Handwerk: Kosten steigen, Aufträge fehlen
von Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung
Fehlende Aufträge, drückende Kosten: Die Stimmung im Handwerk hat sich nach dem 15-Jahres-Tief im Vorjahr nur leicht verbessert. Viele Betriebe leiden weiterhin unter den Folgen der Wirtschaftskrise. Das zeigt die Studie „Wirtschaftslage und Finanzierung im Handwerk 2025/26“, die die Creditreform Wirtschaftsforschung Anfang März vorlegte.
1. Deutsche Wirtschaft weiterhin im Krisenmodus
Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin im Krisenmodus. „Die Gesamtwirtschaft leidet weiter unter strukturellen Problemen, auch wenn es in einzelnen Branchen Lichtblicke gibt“, heißt es etwa von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Wie die Mitte Februar vorgelegte „DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2026“ (iww.de/s15375) zeigt, kommt die deutsche Konjunktur vor allem wegen geopolitischer Unsicherheiten, hoher Standortkosten und einer schwachen Inlandsnachfrage nicht vom Fleck. Nur ein Viertel der Unternehmen bewertete demnach seine Geschäftslage zu Jahresbeginn als gut, ein weiteres Viertel hingegen als schlecht. Zudem rechnet laut der Umfrage jedes vierte Unternehmen mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage. Mit 95,9 Punkten liegt der DIHK-Stimmungsindex – ein Mittelwert aus der Beurteilung der Wirtschaftslage und der Geschäftserwartung – deutlich unter dem langjährigen Mittel von 110 Punkten.
Etwas optimistischer ist das ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im Februar auf 88,6 Punkte, nach 87,6 im Januar. „Die Unternehmen zeigten sich zufriedener mit ihren laufenden Geschäften. Auch die Erwartungen hellten sich auf. Die deutsche Wirtschaft zeigt erste Signale einer Belebung“, teilte das Institut am 23.2. mit (iww.de/s15376).
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