· Fachbeitrag · Wirtschaftsforschung
Überschuldung in Deutschland – erster spürbarer Anstieg seit 2018
von Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung
Nach sechs Jahren rückläufiger Zahlen ist die Überschuldung in Deutschland zurückgekehrt: 2025 sind wieder 5,67 Mio. Menschen über 18 Jahre überschuldet, können also die Summe ihrer fälligen Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht begleichen. Außerdem stehen ihnen zur Deckung ihres Lebensunterhalts weder Vermögen noch Kreditmöglichkeiten zur Verfügung. Mit anderen Worten: Die zu leistenden Gesamtausgaben sind höher als die Einnahmen.
1. Trendwende mit Ansage
Die Zahl der Überschuldungsfälle ist um 111.000 höher als im Vorjahr, was einem Zuwachs von 2 % entspricht. Die Überschuldungsquote steigt von 8,09 auf 8,16 %. Damit verzeichnet Deutschland erstmals seit 2018 wieder einen spürbaren Anstieg, wie aus dem Mitte November von der Creditreform Wirtschaftsforschung vorgelegten „SchuldnerAtlas Deutschland 2025“ hervorgeht.

Dies ist eine Trendwende. Erstaunlicherweise sank die Überschuldungsquote in Deutschland nämlich jahrelang – auch noch nach Beginn der Multikrise aus Ukrainekrieg, steigenden Energiekosten, Inflation und Rezession. Dass dies nicht ewig so weitergehen würde, war Fachleuten jedoch bereits bewusst. Insofern kommt die Trendwende mit Ansage. Nach Jahren des Angstsparens sind die finanziellen Puffer vieler Menschen schlicht aufgebraucht. Die Multikrise hat nicht nur Spuren hinterlassen, sondern wirkt jetzt nach und schlägt auf die privaten Haushalte durch. Einen ähnlich heftigen Anstieg gab es zuletzt 2016, als rund 130.000 neue Überschuldungsfälle gemessen wurden.
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