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·Fachbeitrag ·Wiederbeschaffungswert

Kilometerzähler manipuliert - WBW nicht nachgewiesen

| Kann der Versicherer deutliche Anhaltspunkte für einen manipulierten Kilometerstand des beschädigten Fahrzeugs aufzeigen, hat der Geschädigte mit der Vorlage des Schadengutachtens, dessen Wertermittlung auf dem angezeigten Kilometerstand beruht, den Wiederbeschaffungswert (WBW) nicht nachgewiesen. Damit schuldet der Versicherer ihm hinsichtlich des Fahrzeugschadens nichts, entschied das LG Duisburg. |

 

Das sind die Risiken und Nebenwirkungen der „Tachodreherei“. Der Versicherer wusste - offenbar aus einem früheren Schadenvorgang -, dass das Fahrzeug früher einen weit höheren Kilometerstand aufwies. Damit war die tatsächliche Laufleistung unklar. Es hilft dann auch nichts, den bekannten höheren Stand zugrunde zu legen, denn es weiß ja niemand, was seither geschah (LG Duisburg, Urteil vom 23.1.2014, Az. 12 S 26/13; Abruf-Nr. 141105).

 

PRAXISHINWEIS | Der Duisburger Fall war ein echter Betrugsverdachtsfall. Das kann allerdings auch dem braven Bürger passieren, der einen Gebrauchtwagen erworben hat. Wenn er nichts von der Manipulation wusste, geht er hinsichtlich des Fahrzeugschadens dennoch leer aus. Die Gutachtenkosten jedoch muss der Versicherer erstatten, denn der Geschädigte ist dann für das unzutreffende Ergebnis der Expertise nicht verantwortlich. Ebenso muss der Versicherer ihm die sonstigen Nebenkosten wie das Abschleppen oder den Ausfallschaden erstatten. Das ist aber nur ein schwacher Trost.

 
Quelle: Ausgabe 05 / 2014 | Seite 1 | ID 42629748