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·Fachbeitrag ·Totalschaden

Benzin im Tank als ersatzfähiger Schaden beim Totalschaden

| Auch das AG Solingen hält eine Verpflichtung des Geschädigten für unzumutbar, aus seinem bei dem Unfall zum Totalschaden gewordenen Fahrzeug den restlichen Treibstoff abzusaugen und für das Folgefahrzeug aufzubewahren. Der restliche Tankinhalt ist für den Geschädigten also verloren. Damit ist er eine ersatzpflichtige Schadenposition (AG Solingen, Urteil vom 18.6.2013, Az. 12 C 638/12; Abruf-Nr. 132746). Genauso sieht es das LG Kiel (Urteil vom 19.7.2013, Az. 13 O 60/12; Abruf-Nr. 133020). |

 

PRAXISHINWEISE |  

  • Um die Aussage der beiden Urteile in der Praxis umzusetzen, muss der Geschädigte einen nachvollziehbaren Anhaltspunkt für die Benzinrestmenge geben. Die letzte Tankquittung und Angaben zur seither gefahrenen Strecke sind sinnvoll. Das hat dem LG Kiel genügt. Dennoch: Wenn die Instrumente des Fahrzeugs noch funktionieren, sollte der Sachverständige ein Foto machen, das nicht nur den aktuellen Kilometerstand, sondern auch den Zeigerausschlag oder das Balkendiagramm der Tankuhr zeigt. Auf den Liter genau lässt sich das nicht nachvollziehen. Doch genau für solche Fälle ist die Schätzvorschrift des § 287 ZPO da. Die geschätzte Restmenge wird mit dem aktuellen Literpreis multipliziert.
  • Den Textbaustein 273, mit dem der Geschädigte die „verlorene“ Tankfüllung als Schadenposition einfordern kann, haben wir mit den beiden Urteilen aus Solingen und Kiel aktualisiert.
 

Weiterführender Hinweis

  • Textbaustein 273: Benzin im Tank bei Totalschaden
Quelle: Ausgabe 10 / 2013 | Seite 2 | ID 42280227