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·Fachbeitrag ·Schadenabwicklung

Versicherer reagiert nicht, was nun?

| Die Frage, die uns ein Sachverständiger als Leser stellte, bezieht sich auf Schadenfeststellungskosten. Sie ist aber - wie auch unsere Antwort - generalisierbar für jegliches ähnliches Verhalten von gegnerischen Haftpflichtversicherern. |

 

Frage: Leider haben wir wieder Probleme mit einem hier sehr auffälligen Versicherer, der bei einem Nettoschaden von 780,91 Euro (also deutlich über der Bagatellgrenze) nur die Kosten für einen Kostenvoranschlag in Höhe von 80 Euro übernehmen will. Unser Kunde hatte einen Anwalt eingeschaltet, will aber nicht klagen. Dem Anwalt ist der Aufwand zu hoch, die fehlenden Kosten von 236,54 Euro brutto einzufordern. Die Schreiben des Anwalts mit der Aufforderung zur Zahlung tat der Versicherer lapidar mit „mehr zahlen wir nicht“ ab. Die Restforderung wurde an uns abgetreten. Wir haben ebenfalls nochmals den Versicherer aufgefordert, den ausstehenden Betrag zu überweisen. Auch haben wir darauf hingewiesen, dass der Schaden über der vom BGH geurteilten Bagatellgrenze liegt. Die gesetzte Zahlungsfrist ist nun abgelaufen. Weder das Geld ist eingegangen, noch erhielten wir überhaupt eine Stellungnahme. Wie gehen wir am besten weiter vor? Vorstandsbeschwerde? Klageeinreichung?

 

Antwort: In der Sache sind Sie im Recht. Sehen Sie dazu den Beitrag zum Urteil des AG Heidenheim in UE 2/2014, Seite 2.

 

Aussitzen ist ein probates Mittel der Versicherer

Dass der Versicherer die Sache auszusitzen versucht, beruht auf seiner Erfahrung, dass sich auf diese Weise viele Vorgänge von selbst erledigen.

 

Dass dem Anwalt der „Aufwand zu hoch ist“, ist keine gute Werbung für die Einschaltung von Anwälten. Verständlich wäre das allenfalls, wenn er nur mit der Restforderung beauftragt wäre. Hatte er aber „den vollen Streitwert“, löst das bei uns nur Kopfschütteln aus.

 

Sie haben zwei Handlungsalternativen

Ihnen verbleiben demnach zwei Handlungsalternativen; denn Vorstandsbeschwerden sind erfahrungsgemäß sinnlos:

 

  • 1. Verlangen Sie das Geld von Ihrem Kunden. Das hat er dann vom Verhalten seines Anwalts und seiner fehlenden Bereitschaft, zu klagen.
  • 2. Wenn Sie damit aber „sonstige Kreise stören“ (empfehlende Werkstatt), dann lassen Sie durch einen kompetenten Anwalt prüfen, ob die Abtretung in Ordnung ist, und dann klagen Sie ohne mit der Wimper zu zucken aus abgetretenem Recht.

 

Weiterführende Hinweise

  • Beitrag „‚Kostenvoranschlag‘ durch Sachverständigen“, UE 2/2014, Seite 2
  • Beitrag „Aufwand versus Konsequenz: Warum es sich gegen die Kürzungen der Versicherer zu kämpfen lohnt“, UE 3/2014, Seite 8
Quelle: Ausgabe 04 / 2014 | Seite 15 | ID 42597992