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·Fachbeitrag ·Schadenabwicklung

Nochmal: Rechnung auf Versicherer ausstellen?

| In der Ausgabe 7/2013 haben wir die Frage eines Lesers beantwortet, ob die Reparaturrechnung neuerdings auf den Versicherer ausgestellt werden solle. Wir hatten die Leser gebeten mitzuteilen, ob diese Forderung ein Einzelfall sei oder ob das Schule mache. Die eingegangenen Hinweise zeigen: Im Rahmen gesteuerter Schäden wird nicht selten verlangt, dass die Rechnung auf den Versicherer ausgestellt wird. Und das sind die Folgen. |

 

Rechnung nur bei Leistungsaustausch

Eine Rechnung mit Mehrwertsteuer darf nur auf denjenigen ausgestellt werden, der auch der Leistungsempfänger ist. Wenn der Versicherer das also will, muss er auch der Auftraggeber der Reparatur sein. Ein Vertragsverhältnis gibt es dabei nur zwischen der Werkstatt und dem Versicherer. Der Eigentümer des Fahrzeugs ist in diesem Fall außen vor.

 

Wer nicht Auftraggeber ist, darf auch nicht reklamieren

Aus Sicht der Werkstatt mag das den Vorteil haben, dass der Fahrzeughalter dann kein Reklamationsrecht hinsichtlich der Werkleistung hat. Denn er ist ja nicht der Vertragspartner. Stattdessen ist der Versicherer der Träger der werkvertraglichen Gewährleistungsrechte.

 

Das ist aber wohl nur scheinbar ein Vorteil. Denn bei einer Schlechtleistung wird sich der Fahrzeughalter an den Versicherer wenden. Der wird sich auf den „Ich war’s nicht“-Standpunkt stellen und seine gegenüber der Werkstatt bestehenden Gewährleistungsansprüche an den Betroffenen abtreten. Oder er wird selbst die ihm angetragene Reklamation an die Werkstatt weitergeben.

 

Rechnung zahlen ist etwas anderes, als den Schaden zu erstatten

Ein Vorteil liegt auf der Hand, wenn der Fahrzeughalter zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Ist der Versicherer der Auftraggeber, muss er die Rechnung in voller Höhe, also inklusive Mehrwertsteuer, bezahlen. So entfällt die Lästigkeit, der Mehrwertsteuer beim Fahrzeughalter hinterherzulaufen. Wir können uns nur mit Mühe vorstellen, dass der Versicherer auch bei solchen Geschädigten die Rolle des Auftraggebers einnimmt. Denn dann hat er einen Nachteil in Höhe der Mehrwertsteuer, die er ja als Versicherer nicht als Vorsteuer verrechnen kann.

 

Nachteil: Vorgaben sind möglich

Nachteilig ist: Der Auftraggeber kann Vorgaben machen: Keine UPE-Aufschläge, keine Richtwinkelkosten etc. Aber das ist nur scheinbar ein Nachteil: Bei gesteuerten Schäden sind Rechtsfragen ohnehin durch Marktmachtfragen ersetzt.

 

Weiteführende Hinweise

  • Beitrag „Sollen wir künftig die Rechnung auf den Versicherer ausstellen und die SB des Kunden nennen?“, UE 7/2013, Seite 7
  • Textbaustein 353: Rechnungsausstellung nur auf Leistungsempfänger
Quelle: Ausgabe 08 / 2013 | Seite 12 | ID 42233256