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·Fachbeitrag ·Reparaturkosten

Totalschaden nach Reparatur und noch vor Übergabe an Kunden

| Wurde ein Fahrzeug im Rahmen eines Werkstattauftrags repariert, aber vor Übergabe an den Kunden bei einem Unfall zum Totalschaden, muss der Kunde die Reparaturkosten nicht bezahlen. Allerdings hat die Werkstatt aus abgetretenem Recht einen Schadenersatzanspruch gegen den Schädiger in Höhe des entgangenen Werklohns, entschied das LG Bonn. |

 

Das Fahrzeug war fertig, es kam zu einem Unfall. So etwas kann wie im Urteilsfall bei einer Probefahrt geschehen, aber auch bei einem Rangierunfall auf dem Hof. Der Schaden der Werkstatt besteht nun darin, den Werklohn beim Kunden nicht durchsetzen zu können (§ 644 BGB). Deshalb griff das Gericht zum Instrument der Drittschadensliquidation (LG Bonn, Urteil vom 20.11.2012, Az. 8 S 186/12; Abruf-Nr. 132178). Die Konstruktion: Beim Fahrzeugeigentümer ist ein Schadenersatzanspruch entstanden, der bezogen auf die offenen Lohnkosten inhaltsleer ist, weil der Fahrzeugeigentümer diese nicht bezahlen muss. Durch die Drittschadensliquidation werden nun der „leere“ Anspruch des Eigentümers und der dem Dritten (der Werkstatt) entstandene Schaden zusammengeführt.

 

PRAXISHINWEIS | Das ist „hohe Schule“, und daher ohne Rechtsanwalt wohl kaum zu stemmen. Ein Hinweis auf dieses Urteil wird dem Anwalt aber helfen.

Quelle: Ausgabe 08 / 2013 | Seite 2 | ID 42219626