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·Fachbeitrag ·Reparaturauftrag

Teile bestellt und schon lackiert - aber Kunde kommt nicht zur Reparatur

| Das ist der Fluch der guten Tat: Eine Werkstatt will - wie die Versicherer es gerne verlangen - den Ausfallschaden möglichst gering halten und bereitet deshalb die Reparatur vor, wodurch schon Kosten entstehen. Dann will der Kunde nichts mehr von einer Reparatur wissen, obwohl er bereits eine Abtretungserklärung unterschrieben und einen Reparaturtermin mit der Werkstatt vereinbart hat. |

 

Frage: Der Kunde wollte bei uns einen Unfallschaden reparieren lassen. Er hat die Abtretungserklärung unterschrieben und einen Termin vereinbart. Wir haben den Stoßfänger bestellt und lackiert, um den Werkstattaufenthalt zur Reparatur des Fahrzeuges in Grenzen zu halten. Den Reparaturauftrag wollte der Kunde zum vereinbarten Termin unterschreiben. Wie wir jetzt erfahren haben, hat der Kunde bereits mit der Versicherung per Kostenvoranschlag abgerechnet. Nun stellt er sich tot und reagiert auf nichts mehr. Können wir rechtliche Schritte, aufgrund der unterschriebenen Abtretungserklärung einleiten oder müsste der Auftrag auch unterschrieben sein?

 

Unsere Antwort: Sie haben Anspruch darauf, dass Ihr Kunde die bestellten und lackierten Teile abholt und bezahlt. Denn Sie haben mit ihm einen wirksamen Werkvertrag geschlossen. Ein solcher kann ohne Weiteres auch mündlich abgeschlossen werden. Das ist in Ihrem Fall offensichtlich geschehen. Es war ja sogar schon ein Termin vereinbart.

 

Eine Frage des Beweises und der Interpretation

Das wird bereits durch eine Zeugenaussage Ihres Mitarbeiters beweisbar sein. Die Unterschrift unter die Abtretung spricht aber auch eine deutliche Sprache: Sie kann nur als schriftliche Bestätigung des mündlichen Auftrags bewertet werden. Denn einen anderen Sinn als Ihre Direktabrechnung mit der Versicherung nach der Reparatur kann sie gar nicht haben.

 

Dass der Kunde den Auftrag anlässlich des Reparaturtermins noch unterzeichnen sollte, dient lediglich der ordnungsgemäßen schriftlichen Dokumentation des bereits bestehenden mündlichen Auftrags. Die Juristen sprechen insoweit von einem „deklaratorischen“ Vertrag.

 

PRAXISHINWEIS | Lassen Sie in Zukunft den Kunden den schriftlichen Auftrag sofort unterzeichnen. Denn dann gibt es nichts mehr zu diskutieren.

Textbaustein in zwei Varianten

Argumente zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche gegenüber dem Kunden finden Sie im Textbaustein 333. Dessen erste Alternative ist für die Haftpflichtschadensituation erstellt, die zweite Alternative widerlegt einen denkbaren Einwand des Kunden bei einem Kaskoschaden.

Quelle: Ausgabe 11 / 2012 | Seite 12 | ID 36289110