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·Fachbeitrag ·Mietwagen

Anmietung in Not- und Eilsituation oberhalb „Schwacke“ zulässig

| Verunfallt der Geschädigte abends auf der Durchreise nach Hause und mietet schnellstmöglich ein Mietfahrzeug an, um überhaupt noch weiterzukommen, ist ihm eine Preis-Recherche nicht zumutbar. Dann darf der Preis des Mietwagens auch oberhalb der Schwacke-Werte liegen und muss dennoch vom Schädiger erstattet werden, entschied das LG Leipzig. |

 

Der Unfall ereignet sich um 18:27 Uhr östlich von Berlin. Dann vergingen noch Stunden, bis die Unfallstelle geräumt war. Das Gericht wörtlich: „Zum Zeitpunkt nach dem Verbringen des Fahrzeugs vom Unfallort um 21:40 Uhr war es für den Geschädigten unzumutbar, noch mehrere Metwagenhändler aufzusuchen, um den günstigsten Mietwagentarif zu ermitteln. Es ist auch nicht ersichtlich, wie der Geschädigte in der konkreten Situation Angebote im Internet hätte recherchieren und dann über dieses buchen sollen. Darüber hinaus besaß der Geschädigte keine Kreditkarte und war auch nicht in der Lage, den Mietwagen vorzufinanzieren. Vielmehr konnte der Geschädigte wohl froh sein, überhaupt noch den wie vom Kläger vorgetragen dringend benötigten Mietwagen zu dieser Uhrzeit zu bekommen.“ (LG Leipzig, Urteil vom 23.1.2014, Az. 05 S 345/13; Abruf-Nr. 140923).

 

PRAXISHINWEISE |  

  • Das Gericht macht deutlich, dass es in solchen Situationen einen Preis von bis zu 50 Prozent über Schwacke akzeptieren würde.
  • Eine andere - in dem Prozess nicht gestellte - Frage ist es, ob der Geschädigte einen Mietwagen zu einem solchen Preis über den gesamten benötigten Zeitraum fahren darf oder ob er ihn beizeiten austauschen muss. Das hängt von den Umständen ab: Wie lange dauert es insgesamt, wann könnte frühestens umgetauscht werden, wie weit wäre die Fahrtstrecke zum Umtauschen?
Quelle: Ausgabe 04 / 2014 | Seite 6 | ID 42599881