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·Fachbeitrag ·Vollkasko

Quote und Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung

| Ein Leser fragt: Unser Kunde hat bei einem Unfall mit 0,6 Promille Alkohol im Blut sein Fahrzeug beschädigt. Die Vollkasko will - wegen grober Fahrlässigkeit - nur eine Quote auf den Schaden bezahlen. Um die Höhe der Quote kümmert sich die Rechtsanwältin des Kunden, den Rest der Reparaturrechnung wird der Kunde selbst bezahlen. Uns interessiert vorab: Wird erst die Quote errechnet und dann die Selbstbeteiligung abgezogen oder geht das umgekehrt? Denn je nach Höhe der Selbstbeteiligung (hier 1.000 Euro) ist der Unterschied ja erheblich. |

 

UNSERE ANTWORT | Sie haben völlig Recht, der Unterschied ist groß. Denken wir uns den Fall mit einem Schaden von 6.000 Euro, einer Selbstbeteiligung (SB) von 1.000 Euro und einer Quote von 50 Prozent:

  • Der erste Weg wäre: 6.000 Euro ./. 1000 Euro SB = 5.000 Euro. Davon 50 Prozent = 2.500 Euro Erstattung im Rahmen der Vollkasko.
  • Der zweite Weg wäre: 50 Prozent von 6.000 Euro = 3.000 Euro ./. 1.000 Euro SB = 2.000 Euro Erstattung im Rahmen der Vollkasko.

Im zweiten Fall müsste der Versicherer also 500 Euro weniger erstatten. Er wird deshalb die SB gerne „hinten“ abziehen wollen.

 

Der zweite Weg ist aber der falsche, wie sich aus der Klausel D.3 der AKB 2008 ergibt. Danach darf der Versicherer in Fällen grober Fahrlässigkeit „seine Leistung“ um eine Quote kürzen. Seine Leistung ist aber die Differenz aus dem Schaden abzüglich der SB. Und aus dieser muss dann die Quote gebildet werden. Richtig ist also der erste Weg. So hat es auch das LG Aachen (Urteil vom 14.7.2011, Az. 2 S 61/11; Abruf-Nr. 120092) entschieden.

Quelle: Ausgabe 02 / 2012 | Seite 6 | ID 31127700