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06.10.2008 |Versicherungsprämie und Schaden

Die neue Statistik des GDV verrät Einiges

Auf der Homepage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV, www.gdv.de) kann das „Statistische Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2008“ eingesehen oder heruntergeladen werden.  

 

Prämieneinnahmen sinken weiter

Die Prämieneinnahmen der gesamten Branche sind im Jahr 2007 abermals gesunken, aktuell um 2,0 Prozent (Seite 44). Und das, obwohl die Zahl der Versicherungsverträge in Kraftfahrt um 0,7 Prozent gestiegen ist (Seite 45 des Taschenbuchs).  

 

Nach wie vor ist das die Folge des ruinösen Preiskampfes der Versicherer untereinander. Bald ist ja wieder der 30. November, und der Volkssport „Versicherung kündigen, zu billigerer Gesellschaft wechseln“ nimmt erneut Fahrt auf.  

 

Verschärfen dürfte sich die Situation dadurch, dass die Schadenzahlungen, im Versicherungsjargon „Leistungen“ genannt, ebenfalls angestiegen sind, und zwar um 1,6 Prozent (Seite 46).  

 

Die Schadenquoten im Einzelnen

Die Haftpflichtversicherung schrammt – mit seit vier Jahren steigender Tendenz – haarscharf an der 100-Prozent-Linie vorbei (Seite 56). Bald schon dürften die Schäden die Einnahmen übersteigen, wie dies aus den Jahren 1996 bis 2001 schon bekannt ist.  

 

Vollkasko und Teilkasko stehen deutlich günstiger da (Seiten 57 und 58). Was kann man daraus schließen? In den Zweigen, in denen sich der Betroffene leichter steuern lässt, können die Versicherungen ihre Sparziele zuverlässiger durchdrücken. Dort, wo der Geschädigte notfalls seine Rechte mit Nachdruck geltend macht, ist es teurer und damit für die Werkstätten betriebswirtschaftlich besser. Und umgekehrt: Bei Haftpflichtschäden ist der Leidensdruck besonders groß, mit weiter zunehmender Regulierungsbrutalität ist zu rechnen. 

 

Die Cash-Cow der Branche

Am Rande: Die „Cash-Cow“ der Kfz-Versicherung ist die Insassenunfallversicherung (Seite 59). 131,2 Mio. Euro Einnahmen stehen ganze 19,5 Mio. Euro Schadenzahlungen gegenüber. Die Schadenquote liegt also bei 21,7 Prozent. Demgegenüber ist die private Unfallversicherung mit einer Schadenquote von 56,9 Prozent belastet. 

 

Die Rechtschutzversicherung verbucht eine Schadenquote von 70,7 Prozent (Seite 61). Da ist noch Luft, um sich gegen rechtsuntreue Schadenregulierung zu wehren. Dann bleiben die Kosten wenigstens in der Familie. 

 

Quelle: Ausgabe 10 / 2008 | Seite 6 | ID 121993