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01.01.2007 | Mietwagen

Verspätete Ersatzbeschaffung wegen eines längeren Auslandsaufenthalts

Die Zahl der Leseranfragen zum Thema „Mietwagen“ ist unverändert hoch. Zum Teil sind es auch verzwickte Fälle, wie zum Beispiel der in der folgenden Anfrage.  

 

Anfrage des Lesers

„Unser haftpflichtgeschädigter Kunde wurde unfallbedingt verletzt und daher fahrunfähig krankgeschrieben. So brauchte er auch vorerst keinen Mietwagen. Nachdem die Verletzung abgeklungen war, hat unser Kunde einen lange geplanten Auslandaufenthalt. Er hat sich deshalb vorerst kein Ersatzfahrzeug angeschafft.  

 

Als er nach etwa 13 Wochen zurückkehrte, war er auf einen Mietwagen angewiesen und hat diesen bei uns angemietet. Er brauchte das Fahrzeug, um sich nach einem Ersatzfahrzeug umzusehen und um seinen Arbeitsplatz zu erreichen. Nachdem er fündig geworden war, gab er den Mietwagen zurück.  

 

Die Versicherung ist nun der Ansicht, der Geschädigte habe keinen Anspruch mehr auf einen Mietwagen und hat deshalb nur den reinen Nutzungsausfall beglichen. Was denken Sie zu diesem Fall?“ 

 

Unsere Antwort

Entscheidend ist, ob die Ersatzbeschaffung nach drei Monaten noch dem Unfallgeschehen kausal zuzurechnen ist oder ob die „Auto-besitzpause“ während des Auslandsaufenthalts die Unmittelbarkeit unterbricht.  

 

Dass der Kunde während der Abwesenheit nicht auf Fahrzeugsuche gehen konnte, versteht sich von selbst. Also kommt es auf die Intensität der Verletzung an. Konnte er sich wirklich nicht um eine Ersatzbeschaffung kümmern, oder hat er angesichts der erwarteten Abwesenheit „lieber noch nicht“ agiert? Schließt sich die Abreise tatsächlich unmittelbar an die Genesung an? Hat der Kunde also „freiwillig“ noch nicht ersatzbeschafft, um die Fixkosten seines Autos für ein viertel Jahr zu sparen, oder ging es wirklich nicht?  

 

Der „Rettungsanker“ im geschilderten Fall: Die Versicherung hat ja einen Ausfallschaden nicht abgelehnt, denn sie hat den Nutzungsausfall bezahlt. Damit hat sie einen unfallbezogenen Ausfallschaden dem Grunde nach anerkannt. Nun aber kann nicht die Versicherung bestimmen, ob der Ausfallschaden durch einen Mietwagen oder eine Nutzungsausfallentschädigung zu decken ist. Schicken Sie Ihren Kunden zu einem qualifizierten Anwalt, der den Vorgang unter diesen Gesichtspunkten vorantreibt. 

Quelle: Ausgabe 01 / 2007 | Seite 11 | ID 98022