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07.04.2010 |Leserforum

Wertminderung an die Bank auszuzahlen?

Ein Leser fragt: „Bei einem Kundenfahrzeug muss der gegnerische Haftpflichtversicherer die Wertminderung erstatten. Nun verlangt die finanzierende Bank, dass der Betrag an sie geht. Wir würden dem Kunden für das Geld lieber neue Reifen verkaufen. Hat die Bank Recht?“ 

Unsere Antwort

Zur Beantwortung dieser Frage ist ein Blick in den Darlehensvertrag erforderlich. Dort ist dazu vermutlich eine Regelung getroffen.  

 

Wert der Sicherung

Das Auto ist wahrscheinlich an die Bank sicherungsübereignet. Es dient der Bank als Sicherheit für den Fall, dass der Kunde das Darlehen nicht mehr oder nicht mehr ordnungsgemäß bedient. Im Idealfall deckt der Wert des Fahrzeugs aus Sicht der Bank stets noch den offenen Darlehensbetrag zuzüglich der Verwertungskosten ab.  

 

Das ist auch der wirtschaftliche Grund, warum Banken von Einzelkunden in der Regel eine von ihm selbst zu leistende Anzahlung verlangen. Denn der Wert des Fahrzeugs sinkt am Anfang so schnell, dass die Ratenzahlung das nicht abdecken kann. Durch den Unfall ist das Auto nun weniger wert. Wenn es also verwertet würde, würde es dann vielleicht einen geringeren Betrag erbringen, als beim Darlehen noch offen steht. 

 

Folglich hat die Bank ein nachvollziehbares Interesse, in der Sicherungsvereinbarung zu regeln, dass eine eventuelle Wertminderung an sie zur Auszahlung kommt. 

 

Abzahlungsvariante

Wenn das Auto mit dem Darlehen bis zuletzt abbezahlt wird und erst dann ins Eigentum des Kunden übergeht, muss die Bank die Wertminderung als eine vorzeitige Tilgungsrate verbuchen mit den entsprechenden Folgen bei der Berechnung der Zinsen. 

 

Drei-Wege-Finanzierung

Wenn es sich aber um eine der „kreativen“ Finanzierungen handelt, bei der am Ende noch eine Restforderung steht, die auch dadurch beglichen werden kann, dass das Auto zurückgegeben wird, steht das Risiko für die Bank ja erst am Ende des Vertrags, wenn sie das Auto verwerten muss. Da ist die Situation ähnlich wie beim Leasing, bei dem die Wertminderung dem Leasinggeber als Eigentümer des Fahrzeugs zusteht. Allerdings muss der Leasinggeber die Wertminderung bei der Schlussabrechnung berücksichtigen. So wird man es auch bei den „Drei-Wege-Finanzierungen“ sehen müssen. Maßgeblich bleibt aber die Regelung im Darlehensvertrag. 

Quelle: Ausgabe 04 / 2010 | Seite 15 | ID 134767