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31.07.2008 | Leserforum

Standgeld während Restwertabwicklung bei Kasko- und bei Haftpflichtschäden

Ein Leser fragt: „Es gibt immer wieder Diskussionen mit Kunden und Versicherungen über das Standgeld beim Warten auf die Restwertabwicklung. In Kaskofällen zahlen die Versicherungen gar nicht, bei Haftpflichtschäden zahlen die meisten nur so lange, bis die Restwerthöhe klar ist. Die Kunden sehen gar nicht ein, etwas zahlen zu sollen. Was können wir tun?“ 

 

Antwort: Ob die Kunden das einsehen oder nicht, nur sie sind Ihre Schuldner bezüglich des Standgelds. Eine andere Frage ist, was die Versicherung erstatten muss. Dieses Dreiecksverhältnis muss man sich vor Augen halten.  

 

Kasko

Kasko ist Vertragsrecht, und so erhält der Kunde nur das, was vertraglich vereinbart ist. In allen uns bekannten Kaskoverträgen sind die Standkosten nicht vom Versicherungsumfang umfasst. Also hat der Kaskoversicherer Recht, wenn er nicht zahlt. Ob Sie das Standgeld dem Kunden berechnen, ist eine Frage der Geschäftspolitik. 

 

Haftpflicht

Bei Haftpflichtschäden ergibt sich die Rechtslage aus dem Gesetz. Der Versicherer muss den Geschädigten so stellen, als sei der Unfall nicht passiert. Ohne den Unfall hätte der Kunde das Auto nicht bei Ihnen abstellen müssen. Damit ist das Standgeld ganz selbstverständlich eine Schadenposition. Das OLG Düsseldorf hat einen Betrag von 7,50 Euro täglich gebilligt (siehe Ausgabe 5/2008, Seite 2). Wer wie lange Standgeld zahlen muss, ergibt sich aus den Abläufen: 

 

  • Hat der Sachverständige den Restwert festgelegt, muss sich der Geschädigte um die Verwertung kümmern. Wenn zum Beispiel Sie das Fahrzeug kaufen (zu den rechtlichen Möglichkeiten siehe Ausgabe 3/2008, Seite 8), dürfte mehr als ein Tag Abwicklungsdauer nach Vorliegen des Gutachtens unter dem schadenrechtlichen Gesichtspunkt der „Erforderlichkeit“ kaum begründbar sein.

 

  • Überlässt der Geschädigte die Restwertermittlung aber der Versicherung und benennt die einen Aufkäufer, auf den sich Ihr Kunde einlässt, muss die Versicherung Standgeld zahlen bis zu dem Tag, an dem das Fahrzeug abgeholt ist.

 

Hartleibige Versicherungen zahlen dennoch nicht und verlassen sich darauf, dass wegen dieser Beträge niemand klagt. Es liegt an Ihnen, die Versicherung zu lehren, dass das in Ihrem Fall anders ist.  

Quelle: Ausgabe 08 / 2008 | Seite 16 | ID 120779