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04.04.2008 | Leserforum

Kosten für Kostenvoranschlag verrechnen?

Ein Leser fragt: „Eine Versicherung hat uns die Kosten für einen Kostenvoranschlag nicht erstattet. Begründung: Die seien mit der Reparatur zu verrechnen. Das gelte auch dann, wenn der Geschädigte in einer anderen Werkstatt reparieren ließe. Stimmt das?“ 

 

Unsere Antwort: Ein Kostenvoranschlag (KV) ist in der Regel keine eigenständige Leistung, sondern eine Akquisitionsleistung im Vorfeld eines Werkvertrags. Weil das so ist, ist ein Kostenvoranschlag für den Besteller im Zweifel kostenfrei; es sei denn, es wurde Entgeltlichkeit vereinbart (§ 632 Abs. 3 BGB). 

 

Das ist durchaus interessengerecht, denn der potenzielle Kunde eines Handwerkbetriebes soll zunächst die Preise vergleichen können, bevor er einen Auftrag erteilt. 

 

Kostenvoranschlag ist aber oft anders motiviert

Im Kfz-Gewerbe hat der KV jedoch bei Karosserieschäden häufig einen anderen Hintergrund: Der Besteller möchte oft von Anfang an keinen Reparaturauftrag erteilen. Das Motiv für die Einholung eines KV ist regelmäßig, eine Grundlage für die fiktive Schadenabrechnung mit der eintrittspflichtigen Versicherung zu schaffen. Meist wurde er von der jeweiligen Versicherung auf einen Kostenvoranschlag verwiesen und lässt sich darauf ein. 

 

In den Kfz-Werkstätten wird zu Recht nicht akzeptiert, dass auf diese Weise die Schadenfeststellungskosten in die Gemeinkosten der Reparaturbranche verlagert werden. Auf breiter Front wird abweichend vom dabei ja nicht zutreffenden Akquisitionsgedanken in dieser Situation die Entgeltlichkeit des KV vereinbart.  

 

Im Regelfall wird ein Auftrag über die Erstellung eines KV ausgedruckt, den der Kunde unterzeichnet. Auf dem Auftrag ist klar vermerkt, dass der KV kostenpflichtig ist. Das belastet den Kunden nicht; er kann diesen Betrag vom Versicherer erstattet verlangen. 

 

Verrechnen oder nicht?

Dass die Kosten für den KV auch dann zu verrechnen seien, wenn der Geschädigte woanders reparieren lässt, ist schlicht eine Dreistigkeit. Der entgehen Sie am leichtesten, wenn Sie die Kosten bei Übergabe des KV direkt vom Kunden kassieren. 

 

Wenn es doch zum Auftrag bei Ihnen kommt, gehört es in der Branche „zum guten Ton“, dass dann die Kosten für den KV verrechnet werden. Verpflichtend ist das aber nicht. 

 

Unser Tipp: Nutzen Sie den Textbaustein 159. 

Quelle: Ausgabe 04 / 2008 | Seite 12 | ID 118584