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04.04.2008 | Leserform

Neue Verzögerungsmasche der Versicherer bei Abrechnung der Mietwagenkosten?

Ein Leser fragt: „Bei der Abrechnung unserer Mietwagenkosten mit der Versicherung erhalten wir von dort in letzter Zeit häufiger die Mitteilung: Die Rechnung könne erst bezahlt werden, wenn die Versicherung von ihrem Versicherungsnehmer (VN) eine Rückmeldung bekommen habe. Läge die nicht vor, müsse der VN erst zweimal unter Fristsetzung gemahnt werden. Erst danach könne bezahlt werden. Ist das eine neue Verzögerungsmasche?“ 

 

Unsere Antwort: „Der VN hat den Schaden noch nicht gemeldet, die Ermittlungsakte liegt uns noch nicht vor...“, das hat jeder Unfallprofi schon hundertmal gelesen. Aber man muss den Versicherungen zugute halten: Dass ein Anspruchsteller „seine eigene Version“ vom Unfallgeschehen präsentiert, ist der Alltag. Der erste Weg zur Plausibilitätsprüfung ist also, die Meldung des eigenen VN einzuholen. Stimmen die Versionen überein, ist alles klar.  

 

Verpflichtung aus Gesetz und AKB 2008

Damit das zeitgerecht geschehen kann, ist der VN nach dem Versicherungsvertragsgesetz und nach den AKB verpflichtet, seinem Versicherer innerhalb einer Woche den Schaden zu melden (siehe E.1.1 Muster-AKB 2008; Abruf-Nr. 080202).  

 

Nach E.6.1 ist der Versicherer gegenüber seinem VN von der Leistung frei, wenn jener seine Meldeverpflichtung vorsätzlich verletzt. Bei grob fahrlässiger Nichtmeldung kann der Versicherer den Versicherungsschutz teilweise entziehen. Nach E.6.2 gilt das nicht, wenn die fehlende Schadenmeldung keinen ursächlichen Einfluss auf die Feststellung des Schadens hat.  

 

Es kann ja Gründe geben

Weil der Versicherer nicht weiß, ob sein VN bockig oder nur schlampig ist oder ob es Gründe gibt, warum er den Schaden nicht meldet (zum Beispiel Krankenhausaufenthalt), setzt er seinen VN unter Druck. Gleichzeitig fordert er, wenn die Polizei vor Ort war, die Behördenakte an.  

 

Hört er vom VN nichts, kann der Versicherer den Schaden bezahlen, wenn ihm die Meldung des Geschädigten schlüssig erscheint. Dann kann er versuchen, sich das Geld beim VN zurückzuholen.  

 

Das alles ist für den Versicherer lästig, sodass wir nicht von einer Masche ausgehen. Eher scheint das eine zufällige Häufung zu sein. Zum Trost: Wenn Sie den Versicherer in Verzug setzen, muss er für den Verzögerungsschaden aufkommen. 

Quelle: Ausgabe 04 / 2008 | Seite 14 | ID 118586