logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

01.02.2008 | AKB 2008

Neue Musterbedingungen mit völlig veränderter und lesefreundlicher Struktur

In der Ausgabe 11/2007 (Seite 7 bis 11) haben wir Sie bereits über die überwiegend positiven Auswirkungen des neuen Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) informiert. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat dazu jetzt passende neue Musterbedingungen für die Kraftfahrtversicherung, die AKB 2008, vorgelegt (Abruf-Nr. 080202). 

 

Großteil der Versicherer wird die AKB 2008 übernehmen

Die AKB 2008 sind nicht verbindlich für die dem Verband angehörigen Versicherungen. Trotzdem ist anzunehmen, dass die überwiegende Zahl der Gesellschaften die Bedingungen im Grundsatz übernehmen und im Detail an die eigenen Vorstellungen und Philosophien anpassen werden. 

 

Für Neuverträge ab sofort, für Altverträge später

Die AKB 2008 gelten für alle Kraftfahrtversicherungsverträge, die ab dem 1. Januar 2008 abgeschlossen wurden. Für Altverträge gelten so lange die alten konkret vereinbarten AKB, wie sie nicht einvernehmlich auf die neuen AKB 2008 umgestellt werden.  

 

Weil das neue Versicherungsvertragsgesetz ab dem 1. Januar 2009 auch für Altverträge gelten wird, werden die Versicherungen mit hoher Wahrscheinlichkeit im Laufe des Jahres 2008 versuchen, auch Altverträge auf die neuen Bedingungen umzustellen. Denn nur so werden die Altverträge ab 2009 VVG-konform sein. 

 

Ganz neue Struktur, fast ohne „Juristendeutsch“

Mit der Erstellung der Muster-AKB 2008 ist weit mehr passiert als das übliche Feintuning der ansonsten unveränderten Bedingungen. Die altbekannte Paragraphen-Struktur wurde völlig aufgegeben. Das Ganze sieht jetzt nicht mehr wie ein Gesetz aus (was die AKB ja auch nicht sind; sie sind ein standardisiertes Vertragswerk). Sie ähneln jetzt einem Dialog mit dem Kunden, wie man ihn von den „Frequently asked questions“ kennt.  

 

Hier muss dem GDV ein Lob ausgesprochen werden. Die neue Struktur und die neue Sprache sind hochgradig verbraucherfreundlich. Sicher, manches ist noch immer etwas kompliziert formuliert, weil es eben auch kompliziert ist. Aber was einfach ausgedrückt werden kann, ist auch einfach ausgedrückt. Und vor allem verbergen sich die Regelungen nicht mehr hinter Überschriften, deren Sinn dem Laien oft verborgen blieb, mit der Folge, dass er nicht wusste, wo er überhaupt suchen soll. Stattdessen sind die neuen Überschriften als griffige Fragen formuliert. 

 

Beachten Sie: Damit packt der GDV ein altes Problem an. Nach der Rechtsprechung des für Versicherungsrecht zuständigen IV. Senates des BGH sind Versicherungsbedingungen so auszulegen, wie ein verständiger Mensch ohne versicherungsrechtliche Vorkenntnisse und ohne Kenntnisse zur Entstehungsgeschichte der jeweiligen Klausel sie bei der Lektüre versteht.  

 

Mehr als einmal sind Versicherungen in Prozessen daran gescheitert, dass zwar der spezialisierte Jurist hätte erkennen können, was gemeint ist. Jedoch konnte man vom Laien in jenen Fällen nicht erwarten, dass er den Sinn der Klausel zweifelsfrei entschlüsselt.  

 

Sachlich bleibt vieles – nun mit anderen Worten – gleich

Inhaltliche Änderungen gibt es nur dort, wo die Anpassung an das neue VVG diese Änderungen erfordert. Daher gilt es zunächst im Wesentlichen, sich in der neuen Struktur zu orientieren.  

 

Unser Tipp: Dazu stellen wir Ihnen nachfolgend die alte und die neue AKB-Fundstelle zu den zentralen werkstattrelevanten Themen gegenüber.  

 

Gegenüberstellung AKB „alt“ und „neu“

Thema 

AKB alt 

AKB 2008 

Geltungsbereich Europa 

§ 2 a Abs. 1 

A.1.4.1 u. A.2.5 

Grobe Fahrlässigkeit 

§ 7 V Abs.1 u. § 7 V Abs. 4 

A.2.16.1 u. D.3.1 

Rennveranstaltungsklausel  

§ 2 II Abs. 1 d u. § 2 II Abs. 5 c 

A.1.5.2 u. D.2.2 

Abtretungsverbot  

§ 3 Abs. 4 

E.2.14.4 

Meldefrist 1 Woche 

§ 7 Abs. 2 und 3 

E.1.1 u. E.2.1 

Weisungsrecht, u.A. Restwert  

§ 7 Abs. 3 

E.3.2 

Anhänger und Auflieger 

§ 10 a 

A.1.1.5 

Umfang Teilkasko 

§ 12 Abs. 1 I 

A.2.2 

Umfang Vollkasko 

§ 12 Abs. 1 II 

A.2.3 

Kollision Zugfahrzeug/Anhänger 

§ 12 Abs. 2 II h 

A.2.3.2 

Einzelheiten Totalschaden 

§ 13 Abs. 1 

A.2.6 

Einzelheiten Reparaturkosten 

§ 13 Abs. 5 

A.2.7 

Fiktive Abrechnung 

§ 13 Abs. 5 

A.2.7 

Sachverständigenverfahren  

§ 14  

A.2.17 u. L.1.3 

Vorschau: Einzelheiten zu inhaltlichen Nuancen finden Sie in der nächsten Ausgabe. 

Quelle: Ausgabe 02 / 2008 | Seite 15 | ID 117368