· Nachricht · Nachfolgemonitor 2026
Mittelstand am Wendepunkt
Der deutsche Nachfolgemarkt steht vor einer Belastungsprobe: Immer mehr Unternehmer der Babyboomer-Generation erreichen das Ruhestandsalter, während der Kreis potenzieller Nachfolger kleiner wird. Der aktuelle Nachfolgemonitor macht diese Entwicklung sichtbar. Gleichzeitig zeigt die Studie, welches wirtschaftliche Potenzial in einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge liegt.
Der Nachfolgemonitor 2026 ist die elfte Ausgabe der jährlich erscheinenden Studie. Herausgegeben wird sie von der FOM Hochschule, dem Verband Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB) und der Creditreform Rating AG. Der Bericht basiert auf tatsächlich realisierten und von Bürgschaftsbanken begleiteten Unternehmensübernahmen. Die Studie erhebt quantitative Kennzahlen, beispielsweise zum Alter der Übergeber und Übernehmer, zum Frauenanteil sowie zur Umsatz-, Ertrags- und Bonitätsentwicklung nach der Übergabe. Darüber hinaus analysiert sie strukturelle Entwicklungen, Hürden und Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge.
Drei Erkenntnisse zu den beteiligten Personen:
- Das Medianalter der Übergeber liegt bei 64 Jahren, das der Übernehmer bei 38 Jahren.
- Der Frauenanteil unter den Übernehmern ist auf 18,9 % gesunken und liegt damit erstmals unter der Marke von 20 %.
- Mehr als 81 % der Unternehmen werden von Einzelpersonen übernommen. Teamnachfolgen bleiben die Ausnahme.
Zwei Erkenntnisse zur wirtschaftlichen Entwicklung der Nachfolgeunternehmen
- Bei 53 % der untersuchten Unternehmen steigt nach der Übernahme das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA). Zugleich sinkt bei 54 % das Ergebnis nach Abschreibungen (EBIT). Dies kann unter anderem auf Investitionen in Digitalisierung, IT, Maschinen und moderne Betriebsstrukturen sowie auf die damit verbundenen höheren Abschreibungen zurückzuführen sein.
- Mehr als die Hälfte der zuvor bonitätsschwächeren Unternehmen erreicht nach der Übernahme eine bessere Ratingklasse. Dies zeigt, dass neue unternehmerische Impulse Unternehmen stabilisieren, ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und zur Sicherung von Arbeitsplätzen und regionaler Wertschöpfung beitragen können.
Eine besondere Herausforderung bleibt die Finanzierung der Nachfolge
Durchschnittlich 77 % des gesamten Kapitalbedarfs entfallen auf den Kaufpreis. Bei der Finanzierungsplanung sollte deshalb neben dem Unternehmenserwerb auch ausreichend Spielraum für notwendige Investitionen und die weitere Unternehmensentwicklung vorgesehen werden.
Die vollständige Studie sowie weitere Informationen finden Sie unter https://storage.e.jimdo.com/file/9d94dc15-8752-49cb-bc3b-e971c1084bde/Nachfolgemonitor%202026%20(Bd.%2011)%20Studie.pdf