· Fachbeitrag · Vorsorge für den Ernstfall
Das Unternehmertestament: Erb-, gesellschafts- und steuerrechtliche Nachfolgeregelungen – Teil 1
von Dr. Daniel Elias Serbu, Fachanwalt für Erbrecht und für Steuerrecht und Dr. Deniz Hoffmann, Fachanwalt für Steuerrecht, beide Partner bei sherb Rechtsanwälte PartG mbB, Frankfurt am Main (www.sherbpartner.de)
Der Beitrag gibt einen Überblick über das sogenannte Unternehmertestament. Dabei zeigt er die maßgeblichen Ziele und erbrechtlichen, gesellschaftsrechtlichen und steuerrechtlichen Risiken auf. Abgerundet wird der Beitrag mit konkreten praxistauglichen Formulierungsvorschlägen für die wesentlichen Regelungen eines Unternehmertestaments.
1. Ausgangslage
In der Beratungspraxis überrascht es immer wieder, wie selten Unternehmer eine klare letztwillige Verfügung und insbesondere eine Regelung für die Nachfolge ihres Unternehmens oder unternehmerischen Vermögens getroffen haben. Dabei liegt eine besondere Herausforderung unserer Wirtschaftsordnung darin, unternehmerische Werte langfristig zu sichern und somit zum Erhalt von Arbeitsplätzen und der Stabilisierung der Volkswirtschaft beizutragen.
Fehlt im Erbfall des Unternehmers eine testamentarische Regelung, tritt die gesetzliche Erbfolge ein, sodass Miterben sämtliche Nachlassgegenstände gemeinschaftlich verwalten. Diese Situation ist in den meisten Fällen für eine geordnete und effiziente Fortführung eines Unternehmens ungünstig, da die Erbengemeinschaft häufig nicht in der Lage sein wird, kurzfristige und wirtschaftlich sinnvolle unternehmerische Entscheidungen zu treffen.
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