· Fachbeitrag · Net Working Capital Adjustments
Wie Kaufverträge versteckte Risiken bergen
von Nicolas Rädecke, Institut für Unternehmensbewertung, Hamburg
Der Kaufvertrag ist unterschrieben, die Sekt- oder Champagnerkorken knallen und alle freuen sich über die erreichte Transaktion. In der Mehrheit der Fälle ist dabei der Kaufpreis der entscheidende Punkt. Hier wird es die meisten Diskussionen und Reibereien gegeben haben – aber jetzt steht der Preis final im Kaufvertrag. Aber ist er wirklich final?
1. Berechnung des Kaufpreises
Der Kaufpreis eines Unternehmens wird i. d. R. durch betriebswirtschaftliche Kennzahlen bestimmt. Verkäufer fokussieren sich auf Umsatz, Ertrag und Multiplikatoren. Käufer bewerten zusätzlich Synergien, Wachstum und Risiken. In professionellen Transaktionen entsteht der tatsächliche Auszahlungsbetrag jedoch erst in einer zweiten Ebene: der Ermittlung des betriebsnotwendigen Umlaufvermögens (Working Capital) und der Liquiditätsposition, die über die Net-Debt-/Net-Cash-Betrachtung in den Kaufpreis einfließt.
In der Praxis führen genau diese Anpassungen, oft als Equity Bridge bezeichnet, zu den komplexesten Fragestellungen. Verkäufer unterschätzen häufig die erhebliche Kaufpreiswirkung der stichtagsbezogenen Zusammensetzung von Forderungen, Vorräten und Verbindlichkeiten – dem Net Working Capital (NWC). Käufer erwarten hingegen, dass das übernommene Unternehmen in einem betriebswirtschaftlich „normalen“ Zustand übergeben wird, der die sofortige, reibungslose Fortführung des operativen Geschäfts ohne zusätzliche Kapitalzufuhr ermöglicht.
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