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  • · Fachbeitrag · China wird grün und zieht seine Lieferanten mit

    Was die neuen ESG-Regeln in China bedeuten – und wie sich deutsche Unternehmen jetzt auf Anfragen chinesischer Kunden vorbereiten

    Astrid Meyer-Krumenacker, Rechtsanwältin mit langjähriger Management- erfahrung in der Industrie, Beratung zu CMS, LkSG/CSDDD und EUDR

    Während in Brüssel über Entlastungen bei Nachhaltigkeits- und Sorgfaltspflichten diskutiert wird, baut China seine ESG-Regeln aus. Dort gilt Nachhaltigkeit nicht als Bremse, sondern als Teil der Wachstumsstrategie. Das zeigen die Richtlinie Nr. 14 der Shanghai Stock Exchange (SSE) ebenso wie der neue Corporate Sustainable Disclosure Standard (CSDS) No. 1 – Climate, den das chinesische Finanzministerium im Januar 2026 veröffentlicht hat. Der CSDS konkretisiert vor allem die Klimaberichterstattung, während die SSE-Richtlinie den breiteren Rahmen für Nachhaltigkeitsberichte setzt. Dieser Beitrag analysiert die Richtlinie der SSE und ordnet sie ein. Er zeigt, was chinesische Unternehmen künftig von ihren Lieferanten erwarten – und wie sich deutsche Unternehmen darauf vorbereiten sollten.

    1. Richtlinie Nr. 14 – was dahinter steckt

    Die Richtlinie Nr. 14 ist am 1.5.24 in Kraft getreten. Sie ist schlank: Die englische Fassung umfasst 25 Seiten. Rund 2.000 an der Börse Shanghai notierte Unternehmen fallen darunter. Von diesen Unternehmen wird erwartet, dass sie die ESG-Anforderungen angemessen umsetzen. Der Nachhaltigkeitsbericht ist innerhalb von vier Monaten nach Geschäftsjahresende zu veröffentlichen und darf nicht vor dem Geschäftsbericht erscheinen.

     

    Wichtig ist: Die Richtlinie steht nicht allein. Mit dem CSDS No. 1 – Climate wird das Regelwerk enger. Die SSE-Richtlinie verlangt den breiten ESG-Rahmen, der CSDS schärft die Anforderungen beim Klima. Für chinesische Unternehmen wächst damit der Druck, belastbare Daten vorzulegen. Und dieser Druck wandert weiter in die Lieferkette.