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08.03.2010 |Firmenwagen

Zuzahlungen zur Dienstwagengestellung: Auf die richtige Gestaltung kommt es an!

von Dipl.-Finw. Michael Seifert, Steuerberater, Troisdorf

Sofern einem Arbeitnehmer ein Dienstwagen auch für private Zwecke zur Verfügung gestellt wird, muss sich der Mitarbeiter oftmals an den Kosten beteiligen. Bei der steuerlichen Beurteilung kommt es entscheidend darauf an, an welchen Kosten er sich beteiligen muss. Welche Gestaltungen im Rahmen der Ein-Prozent-Regel sinnvoll sind, verdeutlichen die nachfolgenden Ausführungen.  

1. Nutzungsentgelte zu den laufenden Kosten

Zahlt der Arbeitnehmer (AN) an den Arbeitgeber (AG) für die Nutzung des Firmenwagens ein Entgelt, mindert dies den Nutzungswert. Dabei ist es gleichgültig, ob das Nutzungsentgelt pauschal oder entsprechend der tatsächlichen Nutzung des Kfz bemessen wird (R 8.1 Abs. 9 Nr. 4 S. 2 LStR). 

 

Beispiel 1

AN X wird ein Firmenwagen zur privaten Nutzung und für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung gestellt. Der Listenpreis des Fahrzeugs beträgt 25.000 EUR, die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte beträgt 20 km. X muss für die Nutzung des Firmenwagens monatlich 300 EUR zahlen.  

 

Privatfahrten: 1 % von 25.000 EUR 

250,00 EUR 

Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: 

 

0,03 % von 25.000 EUR x 20 km  

+ 150,00 EUR  

Summe 

400,00 EUR 

abzüglich Zuzahlung des Arbeitnehmers 

./. 300,00 EUR 

zu versteuernder geldwerter Vorteil im Monat 

100,00 EUR 

 

 

Beispiel 2

Sachverhalt wie Beispiel 1. AN X hat jedoch ein Kilometergeld von 0,30 EUR für die Privatfahrten zu zahlen. Nach den Aufzeichnungen des X ist er im Dezember 2009 insgesamt 800 km privat gefahren, sodass er 240 EUR zu zahlen hat. Der geldwerte Vorteil von monatlich 400 EUR ist im Dezember 2009 um das von X gezahlte Kilometergeld in Höhe von 240 EUR zu kürzen, sodass der AG 160 EUR als geldwerten Vorteil zu erfassen hat. 

 

Mittlerweile sind oftmals Vereinbarungen anzutreffen, wonach der AN (bestimmte) laufende Betriebskosten selbst zu tragen hat und ein Anspruch auf Kostenerstattung durch den AG nicht besteht. Diese Aufwendungen mindern jedoch nicht den geldwerten Vorteil aus der Dienstwagengestellung (BFH 18.10.07, VI R 96/04) und sind auch nicht als Werbungskosten (BFH 18.10.07, VI R 57/06) abziehbar. Beachte: Ein Werbungskostenabzug bei der Fahrtenbuch-Methode ist hingegen zulässig. 

 

Beispiel 3

Sachverhalt wie Beispiel 1. AN X hat dem AG jedoch die privat veranlassten Treibstoffkosten zu erstatten. Diese betragen im Dezember 2009 200 EUR. 

 

Der geldwerte Vorteil von 400 EUR ist um die Erstattung von 200 EUR zu kürzen. Eine Kürzung des geldwerten Vorteils bei Übernahme der Treibstoffkosten ist nur dann nicht zulässig, wenn der AN auf eigene Kosten das Fahrzeug betankt (vgl. auch FG München 19.11.04, 8 K 2408/02). Im Beispielsfall trägt der AG die Treibstoffkosten und vereinbart lediglich eine Nutzungsentschädigung. 

 

2. Zuschüsse zu den Anschaffungskosten

Zahlt der AN einen Zuschuss zu den Anschaffungskosten des Kfz, konnte der Zuschuss nach der bisherigen Verwaltungsauffassung nur im Zahlungsjahr auf den privaten Nutzungswert angerechnet werden (R 8.1 Abs. 9 Nr. 4 S. 3 LStR). Durch das BMF-Schreiben (6.2.09, IV C 5 - S 2334/08/10003, Abruf-Nr. 090592) ist eine Änderung eingetreten. Danach kann die Zuzahlung auch in den darauffolgenden Kalenderjahren auf den geldwerten Vorteil angerechnet werden. Dies gilt in allen noch offenen Fällen. 

 

Beispiel 4

Der AG überlässt dem AN Y im Kalenderjahr 2009 ein Kfz (Listenpreis 25 000 EUR) zur beruflichen und privaten Nutzung. Zu den Anschaffungskosten leistet Y einen Zuschuss in Höhe von 5 000 EUR. Ermittlung des geldwerten Vorteils im Kalenderjahr 2009: 

 

Privatfahrten (1 % von 25.000 EUR = 250 EUR × 12 Monate)  

3.000 EUR  

darauf anzurechnende Zuzahlung des AN  

./. 5.000 EUR  

geldwerter Vorteil  

0 EUR  

beim Steuerabzug im Zahlungsjahr nicht zu berücksichtigende Zuzahlung = auf den geldwerten Vorteil des bezuschussten Pkw im Folgejahr anrechenbar 

2.000 EUR  

 

 

Soweit die AN-Zuzahlung höher ist als der geldwerte Vorteil, kann der übersteigende Betrag im Zahlungsjahr aber weiterhin weder als Werbungskosten noch als negativer Arbeitslohn berücksichtigt werden (FG Köln 8.12.99, 11 K 3442/97). 

 

Hinweis

Nach Auffassung des BFH (18.10.07, VI R 59/06) sind Zuzahlungen zu den Anschaffungskosten aber auch dann als Werbungskosten zu berücksichtigen, wenn der Nutzungsvorteil nach der Ein-Prozent-Regel besteuert wird. Allerdings ist der Abzug nicht im Zuschussjahr vorzunehmen. Vielmehr sind die Aufwendungen über die voraussichtliche Gesamtdauer des Nutzungsrechts linear zu verteilen. Diese Urteilsgrundsätze werden von der Finanzverwaltung über den Einzelfall hinaus nicht angewandt (BMF, a.a.O.). 

 

 

Zahlt der AG an den AN Zuschüsse zurück, handelt es sich um Arbeitslohn, soweit die Zuschüsse den privaten Nutzungswert gemindert haben (R 8.1 Abs. 9 Nr. 4 S. 4 LStR). 

Quelle: Ausgabe 03 / 2010 | Seite 43 | ID 134129