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·Arbeitsmarkt-Migration

War for Talents: Nach chaotischer Zuwanderung kommt mangelhaftes Einwanderungsgesetz

Fachkräftemangel Strategien / Bernd Wenske: "Deutsche Unternehmen brauchen im 'War for Talents' mehr als ein Gesetz"
Bild: depositphotos 50018155 / obs (honorarfrei) Bernd Wenske - Speaker & Expert Hunter

| „Die demografische Entwicklung und chaotische Zuwanderungspolitik treiben die deutsche Wirtschaft in einen gefährlichen Strudel. Die Politik hinkt hinterher, inzwischen immer mehr.“ Das sagt Bernd Wenske, Expert Hunter und Keynote-Speaker in Anbetracht des ab 2020 wirksam werdenden Fachkräfteeinwanderungsgesetz. |

 

„Was lange währt, wird noch lange nicht gut.“ Seit Jahrzehnten werde über gesetzliche Regelungen zur Migration nur diskutiert. „Jetzt, wo endlich Bewegung in das Thema kommt, wird gleichzeitig wieder die Handbremse angezogen“, empört sich Wenske.

Fachkräfteeinwanderungsgesetz: viel Wort, wenig Sinn?

Das Gesetz dreht sich im Wesentlichen um drei inhaltliche Punkte:

 

1. Einwanderung aus Nicht-EU-Staaten

Bisher durften nur hochqualifizierte Fachkräfte, in der Regel Akademiker, und solche, die in Branchen mit sehr hohem Fachkräftemangel Lücken schließen, aus Nicht-EU-Staaten einwandern. Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz dürfen alle Menschen aus Nicht-EU-Staaten einwandern, sofern sie eine anerkannte Berufsausbildung haben und ihnen ein Jobangebot aus Deutschland vorliegt.

 

2. Wegfall der Vorrang-Prüfung

Nach der bisher geltenden Vorrangprüfung durfte eine Fachkraft aus einem Nicht-EU-Staat erst einwandern, wenn sich die freie Stelle auch wirklich nicht mit einem deutschen oder anderem EU-Bürger besetzen ließ. Künftig gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

 

3. Deutsche Sprachkenntnisse (B1-Niveau)

Einwandern darf nur, wer Deutsch zertifiziert auf B1-Niveau beherrscht.

 

 

 

4. Bei über 45-jährigen: Nachweis über Einkommen und Altersvorsorge

Der Nachweis ist notwendig, weil die Regierung besorgt ist, dass die Einwanderer das hiesige Sozialsystem ausnutzen könnten. „Es geht eben vorrangig um die Nutzbarkeit der Arbeitskraft über einen möglichst langen Zeitraum“, zeigt sich Wenske verärgert.

Probleme an der Gesetzgebung

Die anerkannte Berufsausbildung: „Es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, was eine ‚anerkannte Berufsausbildung‘ hier bedeutet. Da kommen beispielsweise Handwerker, die genauso viel können wie unsere, aber in deren Heimat gibt es dafür eben keine Urkunde“, sagt Wenske. Die Anerkennung soll zwar leichter und vor allem schneller vonstatten gehen. Wenske bleibt aber skeptisch.

 

Die Forderung nach B1-Sprachausbildung: „Für eine gelungene Integration ist das Beherrschen der Sprache unverzichtbar, ganz klar.“ Aber hier in Deutschland gebe es viel bessere Möglichkeiten, Menschen die Sprache beizubringen, als sie es in ihren Heimatländern oft möglich ist. „Wo wird Deutsch denn schon gesprochen, geschweige denn gelehrt?“ fragt sich der Speaker.

Wenske: Wir müssen in den ‚War for Talents‘ ziehen!

Auf seiner Website schreibt Wenske: „Der ursprüngliche Gedanke, ein bewährtes Punktesystem wie etwa in Kanada zu etablieren, wurde von Hardlinern durch zu erfüllende Mindestkriterien ersetzt ... Wir müssen schnellstmöglich in den weltweiten ‚War for Talents‘ ziehen.“ Doch das, was im Fachkräfteeinwanderungsgesetz stehe, stelle überzogene Forderungen an die Kandidaten ... Gerade der Mittelstand erwarte verbindliche Zusagen aber die blieben aus. Kritik äußert Wenske auch an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der einerseits die Stärke des deutschen Mittelstands beim Jahresempfang des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft BVMW hervorhob, dann jeoch nur auf seine „Nationale Industriestrategie 2030“ abstellte. Zu Recht hätten das die mittelständischen Unternehmer als „Totalausfall“ bezeichnet.

 

 

Im Wettbewerb des „War of Talents“ um die besten Fachkräfte befänden sich bereits „einige osteuropäische Länder“, die auch vor der Problematik des Fachkräftemangels stünden, schreibt Wenske im Magazin Focus. Hinzu kommt: In manchen Ländern existiere gar keine formale Ausbildung, gerade in Handwerksberufen. Je eher Deutschland darauf reagiert, desto besser. Gerade der Mittelstand erwartet dringend verbindliche Zusagen für Unterstützung in diversen Belangen.

Eine schwache Konjunktur schwächt den sozialen Frieden

60 Prozent der deutschen Unternehmen geben Wenske zufolge an, dass der Fachkräftemangel das Wachstum ihrer Firmen bremsen wird. Die Bundesregierung rechnet nach der Verabschiedung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes mit 25.000 pro Jahr. „Finde den Fehler!“ mahnt Wenske, der nach Ergebnissen einer Bertelsmann-Studie den zehnfachen Bedarf an Fachkräften in Deutschland sieht. Mit einem wirtschaftlichen Abfall würde Sozialstaat und sozialer Frieden gefährdet werden.

 

„Ohne die gesteuerte Migration hochqualifizierter Fachkräfte aus Drittstaaten wird ein Unternehmen nach dem anderen die Tore schließen müssen.“ Denn die EU-Länder haben selbst ein mehr oder weniger ähnlich großes Problem mit der demographischen Entwicklung wie Deutschland. Das heißt: Dort wandern zunehmend weniger Menschen ab, die Länder sind Konkurrenten im „War for Talents“.

 

Bernd Wenske kämpft auf eigene Faust um Lösungen: Er bringt internationale Top-Experten mit Unternehmen zusammen und schafft so einen Mehrwert für beide Seiten. Mit seinem Programm „Solution-Day“ erarbeitet der Expert Hunter in einzelnen Unternehmen außerdem praxisnahe Strategien zur Fachkräftegewinnung. „Wenn die Politik sich nur in Tippelschritten bewegt, müssen die Unternehmen ihre eigenen Chancen im War for Talents nutzen und herausfinden, wie diese am besten in den gegebenen gesetzlichen Rahmenbedingungen effektiv gestaltet werden können. Es gibt da noch ein passendes Sprichwort: Wer zu spät kommt, den bestraft die Rezession. Oder so ähnlich.“

 

Bernd Wenske | Der Speaker und Talent Hunter ist Experte gegen Fachkräftemangel. Hier eine Selbstdarstellung:

 

  • Beitragspaket: Integration ausländigscher Arbeitskräfte
  • Broschüre der Bundesagentur für Arbeit zur Beschäftigung von Flüchtlingen → Abruf-Nr: 44837135
  • Broschüre der Bundesagentur für Arbeit zum Eingliederungszuschuss n→ Abruf-Nr: 44891852
  • Leitfaden für Unternehmer „Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung“, DIHK, Stand Februar 2017 → Abruf-Nr: 44867600
  • Arbeitsvertrag für Minijobber → Abruf-Nr: 44866959
 

(JT mit Material von ots / BerndWenske.com)

Quelle: ID 46043204