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· Fachbeitrag · Teamkommunikation

So gehen Sie mit schlecht gelaunten Kollegen um

von Moritz Kohl - Medienbüro Medizin (MbMed), Hamburg

| Jede MFA erlebt im Praxisalltag Höhen und Tiefen. Doch wenn eine Kollegin ständig Frust und Launen an Kollegen oder gar Patienten auslässt, können die Teammotivation und die Patientenzufriedenheit darunter leiden. Häufig nehmen schlechtgelaunte Teammitglieder ihre Launen gar nicht als solche wahr und sehen das Problem bei anderen. Wenn Sie der Kollegin raten, sie solle doch lächeln und locker bleiben, werden Sie wenig Erfolg haben. Daher sollten Sie in einem solchen Fall wohlüberlegt vorgehen. |

Verhaltensmuster erkennen

Bevor Sie die betreffende Kollegin auf ihr Verhalten ansprechen, sollten Sie sie beobachten, um sie richtig einzuschätzen.

 

  • So gewinnen Sie mehr Fingerspitzengefühl für die Kollegin
  • Wann und auf welche Weise ist Ihre Kollegin schlechtgelaunt? Ist sie manchmal unsicher, überarbeitet oder traurig? Ist sie morgens vor der ersten Tasse Kaffee mürrisch und wortkarg? Oder plagt sie ein Problem, bei dem sie Hilfe braucht?
  • Sprechen Sie mit anderen Kolleginnen in Ihrer Praxis, die Erfahrung mit der launischen Kollegin haben und Ihnen Tipps geben können.
  • Wenn Sie schlechte Launen erkennen und vorausahnen können, gehen Sie ihnen, soweit es geht, aus dem Weg. Reagieren Sie vor allem selbst nicht über - verstecken Sie sich aber auch nicht vor der Kollegin.
  • Wenn ein dienstliches Gespräch, fachliche Kritik oder ein Arbeitsauftrag noch einen Tag warten kann, verschieben Sie Ihr Anliegen.
 

Ruhig bleiben und Selbstbewusstsein ausstrahlen

Wenn Sie gelassen und konstruktiv bleiben, können Sie einen Gegenpol setzen und die Situation entspannen. Mit Selbstsicherheit verringern Sie auch die Wahrscheinlichkeit, dass Ärger und Wut an Ihnen ausgelassen werden.

 

  • So entwickeln Sie mehr Gelassenheit und Selbstsicherheit
  • Hören Sie immer gut zu und ignorieren Sie Ihre Kollegin auch dann nicht, wenn sie gerade unfair oder aufbrausend ist.
  • Verurteilen Sie die Kollegin nicht voreilig.
  • Seien Sie selbst ausgeschlafen und fit und bringen Sie die nötige Energie mit, um auch mit schlechtgelaunten und gereizten Kollegen umgehen zu können.
  • Körperhaltung und Kommunikation können Ihnen eine selbstbewusstere Ausstrahlung und mehr Sicherheit geben. Richten Sie sich auf, halten Sie Ihren Rücken gerade und schauen Sie Ihrer Kollegin in die Augen.
  • Hinterfragen Sie sich aber dennoch auch selbst: Welchen Anteil habe ich an der Situation? Welche Fehler habe ich selbst gemacht? Was kann ich selbst ändern, um den Kollegen den Praxisalltag zu erleichtern?
 

Bei ständigen Launen: Problem ansprechen

Wenn die schlechte Laune Ihrer Kollegin zum Dauerzustand wird, lässt sie sich nicht mehr aussitzen. Sie sollten dann behutsam darauf aufmerksam machen und versuchen, die Situation zu klären.

 

  • So sprechen Sie das Problem richtig an
  • Dokumentieren Sie Fehltritte und schwierige Situationen. Konkrete Beispiele helfen Ihnen dabei, der betreffenden Kollegin das Problem zu vermitteln und zu beweisen, dass Sie sich das Ganze nicht einbilden.
  • Beschreiben Sie diese Situationen aus der Ich-Perspektive: Erklären Sie, wie Sie sich dabei gefühlt haben. So vermeiden Sie, Vorwürfe zu machen.
  • Versuchen Sie, auf die Kollegin einzugehen und ihre Probleme zu erkennen. Versetzen Sie sich in ihre Lage und bieten Sie an, über Probleme zu sprechen. Wenn Sie ihr Vertrauen gewinnen, kann sie vielleicht offener und konstruktiver mit Unsicherheit, Überarbeitung und Frust umgehen.
  • Seien Sie dabei möglichst verständnisvoll und mitfühlend. Auch Humor ist erlaubt, vermeiden Sie es aber, albern oder sarkastisch zu werden.
  • Sprechen Sie Ihre Kollegin nicht auf ihr Verhalten an, wenn sie schlecht gelaunt ist. Suchen Sie das Gespräch lieber später.
  • Wenn ein Einzelgespräch nicht hilft, schalten Sie das Team ein und holen Sie auch den Praxischef mit ins Boot.
 

Hinweis | Besonders schwierig ist es, wenn ausgerechnet der Praxischef ständig schlecht gelaunt ist. Ein Gespräch zu suchen erfordert hier mehr Mut. Was Sie beachten sollten, lesen Sie in PPA 05/2009, Seite 14.

 

Weiterführende Hinweise

Quelle: Ausgabe 08 / 2015 | Seite 19 | ID 43516111