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  • · Fachbeitrag · Unsichtbare Emissionen bei der KI-Nutzung

    Wie ESG-Verantwortliche den Energiehunger von Rechenzentren grüner steuern können

    von Christian Noe, freier Autor und Journalist, Göttingen

    KI-Anwendungen sind längst im Büroalltag angekommen: 64 % der Beschäftigten nutzen KI bereits am Arbeitsplatz, meist aber nur gelegentlich. Die dahinterstehende Rechnerleistung geht jedoch mit ungeheurem Stromverbrauch einher, den die Nutzer allerdings nicht selbst bezahlen. Für sie wirken KI‑Abfragen oft „kostenlos“, weil sie weder eigene Hardware betreiben noch eine separate Stromrechnung für jede Abfrage sehen. Daher bleibt der Energieverbrauch oft unsichtbar und unbeachtet. Warum es sich lohnt, auf aktuelle Statistiken zu schauen und wie Unternehmen von effizienten KI-Tools profitieren und dies auch geschickt kommunizieren, erklärt dieser Beitrag.

    1. Mächtig unter Strom: Immer mehr hungrige Rechenzentren

    Im Februar 2026 fiel der Startschuss für eines der größten KI-Infrastrukturprojekte in Europa: In München eröffnete die Deutsche Telekom ihre neue KI-Cloud mit beeindruckender Kulisse: Sechs Stockwerke tief, kilometerweit verlegte Glasfaserkabel – das Rechenzentrum steigert die KI-Rechenkapazität hierzulande um rund 50 %. Es braucht jedoch auch Strom in der Größenordnung einer Kleinstadt.

     

    Das ist nur ein Beispiel für den Ressourcenbedarf in Rechenzentren, von denen in Deutschland derzeit rund 2.000 stehen. Ihre Anschlussleistung lag 2025 bei knapp 3.000 Megawatt und soll bis 2030 auf über 5.000 Megawatt steigen. Der größte Cluster befindet sich im Raum Frankfurt/Main, wo Stromknappheit schon ein ganz reales Problem ist. Dabei werden neue Zentren vorausschauend nachhaltig gebaut. Sie nutzen Abwärme, effiziente Kühlung und Standorte mit günstigeren Temperaturen.