· Fachbeitrag · PCF als harte Kennzahl für Produkte, Einkauf und Entscheidungen
Wie der CO2-Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette zur Steuerungsgröße wird
Thomas Plaß, Sustainability Business Consulting, Berater und Fachautor für operative Nachhaltigkeitstransformation
Der Product Carbon Footprint (PCF) hat sich in wenigen Jahren vom Nischenthema zur betrieblichen Steuerungsgröße entwickelt. Die Treiber sind vielfältig: Kunden verlangen Emissionsdaten, CBAM erfasst immer mehr CO 2 -intensive Sektoren, der digitale Produktpass rückt näher, und der Druck zur Reduktion von Scope-3-Emissionen wächst in fast allen Industrien entlang der Lieferkette. Viele Unternehmen erfassen den CO 2 -Fußabdruck ihrer Produkte inzwischen systematisch – meist nach ISO 14067 oder GHG-Protocol (Greenhouse Gas) – nutzen ihn aber noch zu selten als Kennzahl für konkrete Entscheidungen. Wie Unternehmen den PCF in ihre Wertschöpfungskette bringen können, zeigt dieser Beitrag.
1. Vom Bericht zur Steuerung – Was der PCF leisten kann
Regulierung, Großkunden und Klimaziele treiben den PCF inzwischen bis in den Mittelstand – der Product Carbon Footprint ist damit kein Zukunftsthema mehr, sondern Teil des operativen Geschäfts.
In vielen Unternehmen bleibt der PCF aber ein Reporting-Instrument: Man berechnet ihn, dokumentiert ihn und legt ihn bei Bedarf vor – während Materialwahl, Bauteildesign, Fertigungsverfahren und Lieferantenauswahl den Großteil der Emissionen längst festgelegt haben. Scope-3-Emissionen, also jene aus der vor- und nachgelagerten Lieferkette, machen in produzierenden Unternehmen typischerweise 70 % bis 90 % der gesamten Treibhausgasbilanz aus (www.iww.de/s15544). Wer den PCF erst nach Abschluss zentraler Produkt- und Einkaufsentscheidungen berechnet, erfasst lediglich das Ergebnis, kann das Resultat aber nicht mehr beeinflussen.
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