· Fachbeitrag · Ohne Biodiversität keine stabile Wertschöpfung
Wie Unternehmen eine Biodiversitätsstrategie entwickeln, um Risiken zu minimieren und langfristig erfolgreich zu bleiben
von Sven Rückert, ESRS Services, www.esrs-services.de, Stuttgart
Biodiversität wird für Unternehmen immer stärker zum strategischen Thema. Denn ökologische Schäden schlagen direkt auf Risiken und Kosten durch, zugleich erhöhen Regulierung, Kapitalmarkt und Stakeholder den Handlungsdruck. Die Aufgabe ist komplex: Anders als bei CO 2 gibt es keine einheitliche, vergleichbare Steuerungsgröße. Deshalb braucht es ein klar definiertes Zielbild als Leitplanke. Es legt Ambitionen, Umfang und Zeithorizont fest und schafft die Grundlage für Prioritäten und messbare Biodiversitätsziele. So wird aus einem abstrakten Thema ein steuerbares strategisches Handlungsfeld.
1. Warum Biodiversität zum strategischen Thema wird
Biodiversitätsrisiken entstehen vor allem dort, wo Geschäftsmodelle, Lieferketten und Produktionsprozesse auf intakte Ökosysteme angewiesen sind. Dazu zählen sauberes Wasser, fruchtbare Böden, Bestäubungsleistungen und die Verfügbarkeit natürlicher Rohstoffe. Werden diese Grundlagen beeinträchtigt, kann dies Kosten erhöhen, Prozesse stören und die Versorgungssicherheit gefährden.
Für Geschäftsführung, Vorstand und Aufsichtsrat ist Biodiversität damit mehr als ein Nachhaltigkeitsthema. Sie betrifft Risikomanagement, unternehmerische Resilienz und die langfristige Wertschöpfung. Entscheidend ist daher, Abhängigkeiten und Auswirkungen systematisch zu erfassen und in konkrete strategische Entscheidungen zu überführen.
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