· Fachbeitrag · Mehr Transparenz für die CO2-Bilanz
Wie bessere Transportdaten Kosten senken und Emissionen wirklich reduzieren
Patrick Haug, Geschäftsführer Tron42 Services GmbH, Gaggenau
Transport- und Logistikprozesse gehören in vielen Unternehmen zu den größten Treibern der Scope-3-Emissionen – sie sind jedoch häufig schlecht dokumentiert und nur als pauschale Jahreswerte in der Klimabilanz sichtbar. Der Beitrag zeigt, wie Unternehmen diese „Blackbox Transport“ öffnen: Er beschreibt, wie aus verstreuten Systemdaten eine konsistente Sicht auf einzelne Transporte entsteht, wie darauf aufbauend mit einem praxisnah genutzten GLEC-Framework belastbare CO 2 -Kennzahlen berechnet werden und wie sich Emissionen, Kosten und Service so verknüpfen lassen, dass das Management konkrete Entscheidungen treffen und die Kosten für Netzwerk, Flotte und Logistikpartner senken kann.
1. Transportketten: vom blinden Fleck zur Prozesslogik
Transportketten gelten häufig als blinder Fleck der ESG-Berichterstattung, denn sie bestehen aus vielen Verkehrsträgern, Dienstleistern und Systemen. In der Praxis fehlen häufig eine klare Prozesslogik und einheitliche Datenstandards. Transporte werden pauschal oder nur in Summen betrachtet – Emissionen lassen sich dann kaum verursachungsgerecht zuordnen, und Steuerungsimpulse bleiben vage.
Beispiel |
Ein Unternehmen lässt Ware per Lkw vom Werk zum Hafen bringen, verschifft sie per Containerschiff nach Asien und verteilt sie von dort weiter per Lkw an regionale Lager. In vielen ESG-Berichten taucht am Ende nur „X Tonnen CO2 für den Export nach Asien“ auf – ohne Aufteilung nach Lkw-Vorlauf, Seetransport und Nachlauf. Die Folge: Niemand kann erkennen, ob sich eher der Wechsel auf die Bahn im Vorlauf oder eine bessere Auslastung im Nachlauf lohnt. |
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